19.04.2007

Bücher aufs Handy: E-Books in der zweiten Auflage

Ein österreichischer Verlag bringt jetzt Bücher aufs Handy. Eine eigene Software ist nicht nötig. Mit Kurzgeschichten sollen neue Lesergruppen erschlossen werden, die bisher ihr Geld für Handyspiele oder Klingeltöne ausgaben. Aber auch umfangreiche Werke von Platon oder Goethe sind zu haben.

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So funktionierts: Bücher auf dem Handy lesen. Grafik: HBLupe

So funktionierts: Bücher auf dem Handy lesen. Grafik: HB

DÜSSELDORF. Bisher dominieren Klingeltöne oder Handyspiele den Markt für mobile Inhalte, jetzt sollen auch elektronische Bücher hinzukommen. Das österreichische Unternehmen Blackbetty Mobilmedia hat ein System entwickelt, um literarische Werke auch auf dem Handy lesen zu machen. Die „Mobilebooks“ können auf allen neueren Mobiltelefonen ohne zusätzliche Software angezeigt werden. Damit könnte es einen neuen Schwung für den Vertrieb und die Nutzung elektronischer Bücher geben.

Während der New Economy hatte die Verlagsbranche schon einmal große Erwartungen an so genannte eBooks. Doch dafür waren eigene Lesegeräte, wie das Rocket eBook, erforderlich. Die teuren Geräte in der Größe eines Taschenrechners konnten sich am Markt jedoch nicht durchsetzen.

In Deutschland gibt es heute zwar elektronische Bücher für PDAs und Smartphones – etwa 20 000 verzeichnet der Katalog des Online-Buchhändlers Libri.de. Allerdings ist dazu eine Lesesoftware wie das Mobipocket oder der Adobe Reader notwendig. Die Mobilebooks von Blackbetty funktionieren dagegen ohne solche Zusatzprogramme. Um beispielsweise Edgar Allan Poes Erzählung „Der entwendete Brief“ aufs Handy zu bekommen, sendet man einfach eine SMS mit dem Text „Brief2“, erhält dann eine Bestätigungsnachricht sowie den Download-Link und kann das Buch aufs Telefon laden.

Doch das funktioniert nicht bei allen Geräten. „Bei älteren Handys reicht oft der Arbeitsspeicher nicht für eine Installation“, erklärt Blackbetty-Chef Jörg Hotter. Auf allen neuen, Java-fähigen Geräten sollen die Bücher jedoch laufen. Auf der Homepage findet sich eine entsprechende Liste.

Das Testgerät, ein zwei Jahre altes Sony Ericsson K700i, ist in der Tat nicht dabei. Auf einem neueren Modell des gleichen Herstellers installiert sich das Buch dann in wenigen Sekunden und wird mit Cover und Inhaltsverzeichnis angezeigt. Der Text zieht sich über das gesamte Display, ein Balken zeigt an, wieweit man sich im Text befindet. Mit einer Lesezeichenfunktion lässt sich die Stelle markieren. Die Textdarstellung ist besser als erwartet und die Schriftgröße variabel, trotzdem ist das Lesen am kleinen Display gewöhnungsbedürftig. „Der große Vorteil ist, dass man problemlos mehrere Bücher mit sich herumtragen kann“, sagt Hotter. „So können Sie immer lesen, wenn Sie es möchten.“

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Auch Goethes „Wahlverwandschaften“ können jetzt aufs Handy geladen werden.

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