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06.11.2007 
Eigenes Betriebssystem

Google scheucht Handy-Branche auf

von Till Hoppe und Jens Koenen

Der Internet-Konzern drängt ins Mobilfunk-Geschäft. Geplant sei ein Handy-Betriebssystem namens Android, teilte Google am Montag in New York mit. Die Amerikaner tun sich mit der Beteiligung der Gerätehersteller aber schwer.

Google-Chef Eric Schmidt hat bereits viele Verbündete für seine Mobilfunk-Pläne. Foto: ReutersLupe

Google-Chef Eric Schmidt hat bereits viele Verbündete für seine Mobilfunk-Pläne. Foto: Reuters

DÜSSELDORF/FRANKFURT. Die Software werde laut Google in Zusammenarbeit mit über 30 Technologie- und Telekomkonzernen entwickelt. Auf der Grundlage der neuen Plattform sollen auch unabhängige Anbieter Anwendungen für Handys programmieren können. Voraussichtlicher Starttermin der neuen Software ist das zweite Halbjahr 2008.

Um das Projekt rankten sich seit Monaten Gerüchte. Unter anderem war spekuliert worden, Google werde ein eigenes Handy - das gPhone - auf den Markt bringen. Mittlerweile scheint dieser Plan aber vom Tisch zu sein. Stattdessen wird sich der Konzern wohl darauf konzentrieren, die offene Software-Plattform bereitzustellen. Mit seiner Initiative will Google unabhängige Software-Entwickler dazu bringen, verstärkt Anwendungen wie etwa Online-Spiele für den mobilen Internetzugang per Handy zu programmieren. Bislang schrecken gerade viele kleinere Software-Schmieden davor zurück, weil Handy-Hersteller und Netzbetreiber nur wenige Programme auf ihren Geräten zulassen und zudem eine Reihe unterschiedlicher Betriebssysteme verwenden. Das macht die Entwicklung mühsam und kostspielig.


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Für das Projekt hat Google zahlreiche Partner gewonnen, darunter mehrere Schwergewichte der Software- und Mobilfunkindustrie. An Bord sind etwa der Chip-Hersteller Intel und die Netzbetreiber T-Mobile, China Mobile, Sprint und Telefonica.

Allerdings scheint Google Schwierigkeiten zu haben, die Handy-Hersteller von einer Kooperation zu überzeugen. Der Weltmarktführer Nokia wird sich laut Medienberichten nicht beteiligen. Nokia ist an dem britischen Software-Unternehmen Symbian beteiligt, das selbst Betriebssysteme für Multifunktionshandys - sogenannte Smartphones - anbietet.

Das zeigt die Achillesferse des Vorhabens. Bislang arbeiten die Handy-Hersteller mit einem der vier relevanten Anbieter von Handy-Betriebssystemen: entweder mit Symbian, Microsoft, dem Blackberry-Produzenten Research in Motion sowie abgeschlagen noch mit Palm.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Auch Apple ist beim iPhone den Weg über ein PC-Betriebssystem gegangen

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