0 Bewertungen
07.06.2007 
Konkurrenz für Apples iPhone

Kampf der schlanken Schönheiten

Apples iPhone kommt am 29. Juni auf den Markt, doch die Branche hat es schon jetzt aufgewirbelt. Die Konkurrenz reagiert vor allem mit neuen Designs.

Apples iPhone hat den Markt aufgewirbelt. Lupe

Apples iPhone hat den Markt aufgewirbelt.

bn BERLIN. Apple bringt sein erstes Handy zunächst nur in den USA auf den Markt. In Europa soll das iPhone erst Ende des Jahres zu kaufen sein. Den Kaufpreis beziffert der Computerhersteller auf 499 oder 599 Dollar (370 oder 445 Euro), je nach Speicherplatz. Seit Steve Jobs das Gerät im Januar angekündigt hatte, versetzt das iPhone die Handybranche in Aufregung. Ein neuer Kampf um das beste Design bahnt sich an.

Das iPhone ist Mobiltelefon, Organizer, Internetbrowser und MP3-Player zugleich. Das Gerät soll ausschließlich über einen berührungsempfindlichen Bildschirm gesteuert werden und ist damit das erste dieser Art. Apple betritt damit einen für den Konzern völlig neuen Markt. Der Erfolg des tragbaren Musikspielers iPod hat jedoch gezeigt, wie entscheidend Marke und Design im Kampf um Marktanteile sind.


Bildergalerie Bildergalerie: Handy-Neuheiten dieses Frühjahres


Vor allem Nokia fühlt sich durch Apples Pioniertat herausgefordert. In den Neunzigerjahren zählte der finnische Handyhersteller zu den Ersten, die aus den hässlichen Fernsprech- Klötzen handtaschenkompatible Designstücke machten. In den letzten Jahren fielen die Nokia-Modelle aber in puncto Aussehen hinter die Konkurrenz von Motorola und LG zurück.

Das soll endlich wieder anders werden. Mit aufwändigen Design-Neuentwicklungen und Marktforschungen will Nokia Modelle auf den Markt bringen, die vor allem eins können müssen: Handy-Käufer davon überzeugen, dass sie das Schickste sind, was es im Bereich Mobilfunk derzeit gibt.

Den Anfang wird das 6500 Classic machen, von Nokia zu einem von insgesamt fünf Schlüsselprodukten des Jahres auserkoren. Bei der Entwicklung neuer Mobiltelefone müssen die Hersteller immer stark zwischen Funktionen und Design abwägen, weil schon geringfügige Änderungen am Aussehen, etwa bei der Dicke des Geräts, völlig neue Technik erfordern können.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Trendsetter sind junge, beruflich erfolgreiche Menschen

Das Nokia 6500 classic ist extrem schlank.Lupe

Das Nokia 6500 classic ist extrem schlank.

Im Falle des Nokia 6500 Classic musste zum Beispiel eine neue Antenne verbaut und in den unteren Teil des Geräts verlagert werden, damit es zu keinen Empfangsstörungen durch die Metallabdeckung auf der Rückseite kommt. Auf eine Videokamera verzichteten Nokias Entwickler, weil das Telefon sonst geringfügig länger geworden wäre.

Handys für erfolgreiche Durchstarter Marktforschungen von Nokia hatten außerdem ergeben, dass vor allem die Zielgruppe junger, beruflich erfolgreicher Menschen eine Führungsrolle für andere Verbraucher einnimmt – was sie kaufen, wollen auch andere. Diese Zielgruppe will trendig designte Mobiltelefone mit praktischen Eigenschaften, wie zum Beispiel einem langlebigen Akku, verzichtet dafür aber gern auf viele Klingeltöne oder neueste technische Spielereien. Das 6500 Classic soll deshalb vor allem dünn sein und den neuesten Hochgeschwindigkeits-Standard für die Datenübertragung („3G“) unterstützen. Einem Bericht des „Wall Street Journals“ zufolge soll das Gerät rund 320 Euro kosten.


Bildergalerie Bildergalerie: Der Blackberry und seine Konkurrenten


Der Konkurrenz von Apple geht Nokia aber erst einmal aus dem Weg: Während das iPhone erst den amerikanischen Markt erobern soll, will Nokia sein neuestes Stück nur in anderen Teilen der Welt verkaufen. Für den US-Markt bereitet der Handyhersteller gesonderte Modelle vor.

Apples iPhone muss sich trotzdem auf weitere Konkurrenz einstellen: Der Taschencomputer-Produzent Palm will ebenfalls mit innovativen Produkten die Branche aufmischen. Dafür hat sich Palm den ehemaligen Apple-Vizepräsidenten Jon Rubinstein ins Boot geholt, der unter anderem für die iPod-Sparte verantwortlich zeichnete. Er wird künftig die Produktentwicklung bei Palm führen. Außerdem soll er den Verwaltungsrat des Unternehmens leiten. Mit in dem Kontrollgremium sitzt noch ein anderer Apple-Veteran: Der ehemalige Finanzchef Fred Anderson. Gemeinsam wollen sie nun ihren alten Arbeitgeber attackieren.

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne
Anzeige

Weitere Beiträge aus dem Ressort

Anzeige

weiterHandelsblatt Quiz

Sport und Spiel: Welchen Weltrekord hält der Ungar Janos Flesch?

Los geht's!Der Rekord war für ihn nicht das Problem, eher die Zeit danach. – Schneller schlau, die tägliche Portion Wissen.