TNS Infratest hat weltweit mehr als 16 000 Handybesitzer im Alter von 16 bis 49 Jahren zu ihren Mobiltelefon-Gewohnheiten befragt. Dabei ergeben sich zwar Unterschiede zwischen einzelnen Ländern. Aber es gibt auch wesentliche Gemeinsamkeiten. So zeigt sich, dass das Interesse an den neuen Handy-Diensten durchaus da ist. Nur: Oft nehmen sie lediglich ganz spezielle Zielgruppen in Anspruch.
Dies gilt etwa für den Internetzugang von unterwegs. „Das wird mehr und mehr nachgefragt“, sagt TNS-Manager Wieland. Vor allem Selbstständige und Manager würden die Möglichkeiten nutzen, die der neue Mobilfunkstandard UMTS bietet. Wieland: „In der relevanten Zielgruppe ist das angekommen.“
Dass UMTS in der Öffentlichkeit dennoch als Flop angesehen wird, liegt unter anderem daran, dass es von der breiten Masse bis jetzt nicht wahrgenommen wird. Experten gehen davon aus, dass viele Angebote noch nicht den Wünschen der Nutzer entsprechen. „Keiner weiß bisher, was die Kunden eigentlich wollen“, sagt Klaus von den Hoff von der Unternehmensberatung CSMG Adventis. Zudem sei der Verkauf von Inhalten für die Netzbetreiber wie Vodafone häufig kein gutes Geschäft. An Klingeltönen zum Beispiel verdienten nicht die Netzbetreiber, sondern Drittanbieter wie Jamba.
Dass ein Handy-Besitzer jemals alle Funktionen seines Geräts nutzen wird, ist unwahrscheinlich. Im Schnitt nutzen die Menschen in Westeuropa lediglich fünf Angebote. Selbst in China, der Gegend mit der größten Begeisterung für neue Funktionen, nehmen die Leute nur sieben Features in Anspruch.
Die Mobilfunkanbieter schaffen deshalb immer mehr Angebote für einzelne Zielgruppen. Ein guter Weg, meint Marktforscher Wieland: „Der Kunde will genau wissen, was er für seine speziellen Ansprüche zahlt.“ Am Attraktivsten sind laut Umfrage für die Anbieter Geschäftskunden – und nicht Jugendliche, auf die derzeit viele Angebote zugeschnitten werden. Der Grund: Wem die Firma die Rechnung zahlt, der nutzt viele neue Angebote gerne und ausgiebig.


