Obwohl TV-fähige USB-Sticks und Steckkarten immer kleiner und leistungsstärker geworden sind, haben sie aber gegenüber dem IPTV aus der Datenleitung einen Nachteil: Sie müssen über Kabel mit externen Antennen verbunden werden, damit die Empfangsqualität stimmt. Daher glaubt Gartner-Analyst Paul O´Donovan nicht, dass der DVBT-Empfang per Stick das Internetfernsehen komplett überflüssig macht. Allerdings arbeiten Terratec und Co. mit Hochdruck an Sticks, die eine leistungsfähige Antenne bereits integriert haben.
Dem kostenpflichtigen IPTV droht Konkurrenz auch aus dem Internet selbst. Erste Anbieter von Fernsehkanälen, die mit Peer-to-Peer-Netzwerken funktionieren, versuchen ihr Glück auf dem Unterhaltungsmarkt. Die Nutzerzahlen des Videodienstes Joost und die des Internet-Fernsehportals der Firma Zattoo wachsen beständig. Anders als bei YouTube werden in diesen Portalen keine Privatvideos gezeigt, sondern Programme von Fernsehstationen.
Die Datenströme werden zum Teil auf den Servern der jungen Unternehmen verarbeitet, zum Teil – hier kommt die aus Tauschbörsen bekannte Peer-to-Peer-Technik ins Spiel – auf Computern der Zuschauer.
Zattoo hat rund 200 000 registrierte Nutzer in Europa. „Viele von ihnen haben gar keinen Fernseher, aber ein Interesse am klassischen Fernsehprogramm“, sagt Zattoo-Deutschlandchef Dominik Schmid. Das seien Leute, die am Computer arbeiten und nebenbei fernsehen, oder Zuschauer, bei denen der Hauptfernseher im Wohnzimmer besetzt ist, so dass sie auf das Arbeitszimmer ausweichen. Ihre Einnahmen generieren diese Unternehmen durch Werbung, die beim Umschalten auf einen anderen Sender abgespielt wird.
US-Unternehmen wie Stickam, Operator11, Kyte.tv, Ustream oder Mogulus bieten Nutzern außerdem inzwischen Software und Speicherplatz, um selbst Videoprogramme aufzuzeichnen und mit Hilfe von Streaming-Technik eigene Programme über das Internet zu verbreiten. Wie viele Zuschauer dieses Graswurzel-Fernsehen haben wird, wird allerdings stark vom Einfallsreichtum derjenigen abhängen, die Sendungen für den Computerbildschirm ins Netz stellen.


