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09.06.2008 
Neue iPhone-Generation

Play it again, Steve

von Axel Postinett

Lässt sich die Magie wiederholen? Am späten Montagabend deutscher Zeit wird Apple-Gründer und Chefcharismatiker Steve Jobs wieder die Bühne des Moscone Centers in San Francisco betreten. Schwarzer Rollkragenpullover, verwaschene Jeans, gewinnendes Lächeln. Er wird eine neue Variante des Kulttelefons iPhone vorstellen. Doch der Mythos wankt.

Das Archivbild zeigt Apple-Chef Steve Jobs bei der Präsentation der ersten iPhone-Generation. Mit einer neuen Version des Kulttelefons soll die Smartphone-Konkurrenz auf Abstand gehalten werden. Foto: apLupe

Das Archivbild zeigt Apple-Chef Steve Jobs bei der Präsentation der ersten iPhone-Generation. Mit einer neuen Version des Kulttelefons soll die Smartphone-Konkurrenz auf Abstand gehalten werden. Foto: ap

SAN FRANCISCO. Die Erwartungshaltung vor dem Beginn der Apple-Entwicklerkonferenz in San Francisco ist riesig. So sehr das iPhone Anfang 2007 den Mobilfunkmarkt revolutioniert und die Massen begeistert hat, so sehr warten die Nutzer jetzt auf Verbesserungen. Schneller Datentransfer mit UMTS steht auf der Liste, ebenfalls ein GPS-Chip für Navigation und längere Akkulaufzeiten. Businesskunden verlangen nach Push-E-Mail und Systemadministratoren nach mehr Sicherheit. Außerdem wird ein iPhone in modischem iPod-weiß erwartet.

"Ob Apple den Status als Vorreiter bei Web-Devices der nächsten Generation halten kann, hängt alleine davon ab, welche Features angekündigt werden", analysiert Nikolaus Mohr, Geschäftsführer und Telekom-Experte bei der Beratungsfirma Accenture. Sonst werde es eng: "Spätestens zu Weihnachen werden alle Wettbewerber iPhone-Klons ins Rennen schicken", warnt er. Dann regiert der Wettbewerb über den Preis.

Die Anbindung an Microsofts E-Mail-Push-Service sei besonders kritisch, um zum "Blackberry" (RIM) aufschließen zu können. "Ohne Push-E-Mail - also den Businessmarkt - gibt es keine neue Wachstumsdynamik", so die klare Ansage. Die braucht Apple aber; die Zahlen des Marktforschers IDC zum US-Smartphonemarkt untermauern das eindrucksvoll. Im ersten Quartal 2008 fiel der Marktanteil - im Vergleich zum vierten Quartal 2007 - von 26,7 Prozent auf 19,2 Prozent. Voll unter Dampf dagegen Push-Mailer RIM mit 44,5 Prozent nach 35,1 Prozent. Der angeschlagene Computerpionier Palm räumt mit dem Billig-Smartphone "Centro" derweil den Einsteigermarkt (13,4 nach 7,9 Prozent) ab. Jobs muss handeln.

Die Zeichen, dass die Glocke am Montag werden wird, mehren sich seit Wochen. Die "alten" iPhones werden in den Geschäften und im Apple-Onlineshop knapp. T-Mobile räumt mit Sonderkonditionen die Lager, Japans Softbank (früher Vodafone) meldet, man werde das iPhone verkaufen. Dafür muss aber eine 3G-Variante (UMTS) da sein; die abgehalfterten 2G-Netze (wie hier GSM) sind im mobilsten High-Tech-Land der Welt längst abgeschaltet. Deshalb regieren im Riesenmarkt Japan noch lokal angepasste Anbieter wie Sharp oder Fujitsu.

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