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09.01.2008 
Digitales Fernsehen

Schöne neue Fernsehwelt

von Axel Postinett

Bei ihrer Rekordjagd nach dem größten TV-Gerät geraten die Aussteller auf der Consumer Electronics Show in Las Vegas an unerwartete Kapazitätsgrenzen. Doch während die TV-Firmen sich nach immer größeren Frachtmaschinen umschauen müssen, vollzieht sich im Schatten dieser Gigantomanie eine technologische Revolution.

Passt nur als Einzelstück in den Jumbo: der 150-Zoll-Fernseher von Panasonic Foto: apLupe

Passt nur als Einzelstück in den Jumbo: der 150-Zoll-Fernseher von Panasonic Foto: ap

LAS VEGAS. Das neue Jahr hat noch nicht richtig begonnen, da richten sich alle Augen auch schon auf 2009. Dann wird in den USA das analoge Fernsehsignal abgeschaltet und nur noch digital gesendet. Die Umstellung wird nicht nur die Bildqualität deutlich verbessern. Sie soll auch auf breiter Front die Ära des „Digital Lifestyle“ eröffnen.

Das Ziel ist eine Verknüpfung aus Mobiltelefon, Internetdiensten, Digitalkamera, Videorekordern, Spielekonsolen, Musikanlagen und auch Hauselektronik zu einer Einheit, die sich nahtlos in das Leben der Familien integriert. Und die TV-Gerätehersteller wollen für diese schöne neuen Welt die zentrale Schaltstelle liefern.

Doch der Eintrittspreis ist hoch. Vielen Konsumenten fehlt schlicht das Geld für den neu-verordneten Cyber-Lifestyle. Über eine Millionen US-Haushalte haben sich seit Jahresbeginn schon um einen staatlichen Zuschuss von 40 Dollar für den Kauf einer Zusatzgeräts beworben. Damit können sie ihren alten Fernseher weiter betreiben.

Die anderen rüsten aber trotz Subprime-Krise zum digitalen Großangriff. Bereits 50 Prozent der Haushalte haben ein Digital-TV. Insgesamt haben Amerikaner 2007 für 25 Mrd. Dollar digitale TV-Geräte gekauft. 2008 sollen es nach Angaben des Branchenverbands Consumer Electronic Association dann 28 Mrd. Dollar sein. Das wäre der größte Einzelposten im Branchenumsatz von dann 171,6 Mrd. Dollar (+5,7 Prozent).

„Wir nehmen das TV-Geschäft extrem ernst“, sagt auch Microsoft-Unterhaltungschef Robbie Bach. Erst vor wenigen Wochen hat der Softwareriese aus Seattle seine gesamten TV-Aktivitäten neu gebündelt und in eine eigene operative Einheit umgebaut. Microsoft vertreibt jetzt Filme und TV-Serien über seine Internet-Plattform Xbox Live und in Großbritannien wird Britisch Telecom die Spielekonsole Xbox360 als TV-Settop-Box für sein Digitalbuquet zulassen. In Deutschland läuft das Digitalprogramm T-Home auf der Microsoft-Softwareplattform Mediaroom.

» Mehr aus Las Vegas im aktuellen CES-Blog

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Nahtlose Übertragung des iPhone-Modells

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