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14.07.2008 

Interessant dürfte die Youngtel- Technik für Kunden mit Flatratemodellen sein, die nur ins eigene Netz der Mobilfunkanbieter gelten, wie bei „Base 2“ (E-Plus) oder der Vodafone „Superflat“. Bei diesen Tarifen liegen die Kosten für Gespräche in andere Mobilfunknetze zwischen 25 und 29 Cent pro Minute. Discountmobilfunker bieten Tarife von unter 10 Cent in alle Netze an. Solche Gespräche können Kunden nun über eine zweite, günstigere Karte führen.

Das sei aber nur der Anfang. „Wir rechnen damit, dass es sehr bald möglich sein wird, weitere Sim-Karten parallel in einem Handy zu betreiben“, sagt der Youngtel-Geschäftsführer. In Asien sind bereits Handys mit drei Sim-Karten in einem Gerät vorgestellt worden. Bereits mit vier Mobilfunk-Karten könnten die Düsseldorfer die sogenannten Interconnectionsgebühren in Deutschland aushebeln. Dann könnten Anrufe immer über das Netz geführt werden, in dem der Gesprächspartner eingebucht ist.

Zusätzlich zum Vertrieb der Software zusammen mit einem Mehr-Sim-Handy plant Youngtel ab Herbst selbst als Service Provider an den Markt zu gehen. „Wir werden dann Tarife in einem eigenen Angebot zusammenfassen und gegenüber dem Kunden in einem Tarifmix abrechnen“, sagt Asthoff. Mit der Zusammenfassung unterschiedlicher Produkte aus zwei Netzen können aus Sicht von Youngtel, völlig neuartige Tarifprodukte entstehen.

Die Kombinationsmöglichkeiten seien dabei nahezu unbegrenzt, so Asthoff. Auch Gespräche ins Ausland könnten automatisiert und voreingestellt werden. Dabei wäre es möglich, internationale Gespräche über eine Global-Sim-Karte zu steuern, ohne ein preiswertes nationales Tarifmodell aufzugeben. Ziel sei es, Kunden eine Vollflatrate für unter 60 Euro anzubieten, so Asthoff.

Youngtel verhandelt nach eigenen Angaben dazu in Europa mit verschiedenen Mobilfunkfirmen, in Deutschland mit E-Plus und Vodafone. Bislang sei der Widerstand der etablierten Netzbetreiber gegen das neue Geschäftsmodell jedoch noch groß, so Asthoff. Für den Telekommunikations-Experten Torsten Gerpott von der Uni Duisburg/Essen ist das allerdings kein Wunder. „Aus Kundensicht ist die Idee der Düsseldorfer sicher eine interessante Sache. Für Youngtel dürfte es aber schwierig werden, sich gegenüber den Netzbetreibern durchzusetzen“, so Gerpotts Einschätzung.

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