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20.09.2007 

Die Finanzinstitute müssen sich engagieren, um den Kunden ein Vorbild zu sein. Nur dann können sie von ihnen aktiven Klimaschutz verlangen und so ihrer Verantwortung gerecht werden. Dieses Resümee zog Ende November in Berlin der Klimaschutz-Roundtable des Vereins für Umweltmanagement in Banken, Sparkassen und Versicherungen (VfU) und der Finanzinitiative des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP FI).

Macht der Kreditgeber: Die Financiers der Wirtschaft müssten auch ihre Produkte verstärkt entsprechend ausrichten, hieß es dort. Wie groß ihre Hebelwirkung sein kann, verdeutlichte Carsten Schirmeisen, Risikomanager der niederländischen ABN Amro. „Nach Basel II können wir 12 Mal so viel verleihen, wie wir zurücklegen müssen, das heißt wir können 12 Mal so viel Einfluss nehmen!“ Daran orientiere die ABN Amro ihre Kreditpolitik und sei hierbei weiter als mancher Wettbewerber. Andererseits reiche die von ihr geplante 10-prozentige Senkung der CO²-Emissionen nicht aus, räumte Schirmeisen ein.

Bisher konzentrieren die Banken ihre Produktinnovationen jedoch auf die Finanzierung Erneuerbarer Energien und entsprechende Anlageprodukte. Die Chancen des Klimawandels nutzt zum Beispiel die BayernLB unter anderem mit der Finanzierung der weltgrößten Photovoltaik-Anlage ihrer Art. Die Bremer Landesbank ist einer der großen Projektfinanzierer für Windenergie. Und immer mehr Finanzinstitute berücksichtigen bei Investmentprodukten und Vermögensverwaltung Klimaaspekte und legen gerade in den vergangenen Monaten massenhaft Fonds und Zertifikate zu Erneuerbaren Energien auf.

Es fehlen jedoch günstigere Kreditkonditionen für nach ökologischen Maßstäben errichtete Gebäude oder besonders umweltfreundliche Produktionsanlagen. Zu prüfen und quantifizieren sind zudem potentielle Kosten des CO2-Emissionshandels sowie Risiken und Chancen von Branchen und Produktentwicklungen. „Noch steckt die Branche hier in den Anfängen“, meint Armin Sandhövel, Umweltmanager der Dresdner Bank.

Im Ausland tut sich aber was. Die belgisch-französische Dexia gibt immerhin zehn Prozent günstigere Kredite für alle Fahrzeuge mit CO2-Emissionen unter 115 Gramm pro Kilometer. Die Citigroup, weltweit größte Bankengruppe, schlägt diesen Weg ein. Sie will in den nächsten zehn Jahr 50 Mrd. Dollar in den Klimaschutz investieren, wie sie kürzlich ankündigte. Damit will sie nicht nur die eigenen Treibhausgase bis 2011 um zehn Prozent verringern, sondern verstärkt die Kommerzialisierung und Verbreitung alternativer Energien und saubere Technologien bei ihren Kunden, sich selbst und anderen Märkten finanzieren und beratend unterstützen.

Einen innovativen Weg geht die niederländische Rabobank: Sie will ihre 2,5 Millionen Privatkunden aufrütteln und bietet ihnen seit März 2007 ein „Klimakonto“. Über Check- und Kreditkarte werden die CO²-Emissionen ihrer Einkäufe berechnet und von der Bank durch Finanzierung von Klimaschutzprojekten kompensiert, erläutert Ingo Puhl, Geschäftsführer von 500ppm. Er hat das Konzept inhaltlich und technisch für die britische Ice Organisation entwickelt. Die Verhandlungen mit drei ausländischen Banken seien bereits fortgeschritten, sagt Puhl. Die Bank koste das ähnlich wie Miles & More-Karten weniger als ein Prozent des Umsatzes. Die Kontoauszüge informieren über die Klimapunkte, deren Neutralisierung und geben kundenspezifische, klimafreundliche Verhaltens- und Produkttipps.

Lesen Sie weiter auf Seite 3: Vorreiter Dresdner Bank

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