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25.12.2007 
Nachhaltiges Wirtschaften

Die Konsum-Verbesserer

von Martin Bialluch und Lars Reppesgaard, Wirtschaftswoche

Theorie und Praxis sind zweierlei Dinge: Die Beraterbranche hat das Thema Nachhaltigkeit entdeckt, doch in der Realität gibt es kaum Firmen, die den Anspruch des nachhaltigen Wirtschaftens auch umsetzen. Immerhin denken viele Unternehmen darüber nach, wie sie sich neu positionieren können – doch auch die meisten Kunden sind noch nicht so weit.

Die Beraterbranche hat das Thema Nachhaltigkeit entdeckt.

Die Beraterbranche hat das Thema Nachhaltigkeit entdeckt.

DÜSSELDORF. Beim Einkauf achtet Brigitta Wagner aus Aschaffenburg nicht nur auf den Preis. Auch wie viele Schadstoffe in die Luft geblasen werden, bis frisch gepulte Krabben und Tiefkühlpizzen in den Laden kommen, will die 50 Jahre alte, „wertkonservative Umweltschützerin“, wie sie sich selbst bezeichnet, möglichst genau wissen.

Da ist die Angestellte eines Catering-Unternehmens nicht allein: 70 Prozent der Verbraucher interessiert, wie viel Kohlendioxid bei Produktion und Transport eines Produkts anfällt, drei von vier bevorzugen Händler, denen sie ein umweltbewusstes Verhalten unterstellen. So wenig überraschend das Befragungsergebnis angesichts der öffentlichen Klima-Diskussion, umso erstaunlicher ist, wer die Umfrage initiiert hat: Weder Verbraucherverband noch Umweltschutzorganisation, sondern die Managementberatung Accenture.

Was die in Kronberg im Taunus ansässige deutsche Tochter des weltweiten Beratungskonzerns dabei umtreibt, ist kein Gutmenschentum – es geht ums Geschäft und um neue Geschäftsmodelle. Glänzten die deutschen Consultants bisher vor allem mit Themen wie Technologie, Optimierung und Outsourcing, haben sie nun auch das Thema Nachhaltigkeit entdeckt. Und Accenture ist nicht das einzige Beratungsunternehmen: „Langfristig zahlt sich nur nachhaltiges Wirtschaften für den Aktienkurs aus“, sagt Dietrich Neumann, Zentraleuropachef des Beratungsunternehmens A.T. Kearney in Düsseldorf. „Es ist nicht gut, als das ,böse‘ Unternehmen bekannt zu werden, etwa weil man Kinderarbeit zulässt oder der eigene Kohlendioxidausstoß extrem hoch ist. Keiner hält es durch, über Jahre am Pranger zu stehen.“

Bisher sind solche Erkenntnisse meist blanke Theorie: In der Praxis gibt es kaum Firmen, die den Anspruch, nachhaltig zu wirtschaften, tatsächlich umsetzen. Aber immer mehr Unternehmen denken darüber nach, wie sie sich neu aufstellen können. „Ein Auslöser für die Studie war der Auftritt von Sir Terry Leahy auf der World Retail Konferenz Barcelona“, sagt Gerhard Hausruckinger, Geschäftsführer im Bereich Handel und Konsumgüter bei Accenture. Der Chef der britischen Supermarktkette Tesco hatte dort erklärt, dass er und sein Unternehmen das Thema grüner Handel für den derzeit bedeutsamsten Konsumententrend halten.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Eine umweltfreundliche Produktpalette.

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