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15.06.2007 

Wie sieht Energie- und Ressourceneffizienz in der Praxis aus? Beim Programm "Ökoprofit", das eine kostenpflichtige einjährige Beratung durch B.A.U.M. Consult beinhaltet, erzielten zum Beispiel 60 Hamburger Unternehmen jährliche Einsparungen von 4 Mill. Euro. "Das sind je nach Betriebsgröße 4000 bis 260 000 Euro jährlich - leicht verdientes Geld", sagt Gege. Drei Viertel der Maßnahmen kosteten nichts oder die Investitionen amortisierten sich nach nur einem Jahr.

Die Hamburger Hexion Specialty Chemicals GmbH zum Beispiel hat durch acht unterschiedliche Maßnahmen allein im Jahr 2004 jährliche Kosteneinsparungen von 45 000 Euro erzielt. "Die Gesamtinvestitionen lagen bei 100 000 Euro und haben sich überwiegend bereits amortisiert", berichtet Nachhaltigkeits- und Qualitätsmanager Ingo Birner. "Die Betriebskosten vor Löhnen sanken dadurch um drei Prozent." Allein kürzere Lieferwege durch den Wechsel des Entsorgers und eine stoffliche Verwertung von Abfall erbrachten laut eigenen Angaben fast Hälfte der Einsparung - ohne einen Cent zu investieren.

Dies gelang dem auf die Herstellung von Kunstharzen, Tinten und Monomeren (Kunststoff-Rohstoffe) spezialisierte Chemiekonzern, obschon er kein Anfänger war. Seit 1990 realisiert er kontinuierlich verschiedenste Umweltschutzmaßnahmen, und immer wieder stößt er auf weitere Einsparpotentiale und nutzt sie. Durch das 2004er-Paket spart er insgesamt 178 000 kWh an Energie oder 15 670 Kubikmeter Gas und senkte dadurch seine klimaschädlichen CO2-Emissionen um 37 Tonnen, wie Birner resümiert. Zusätzlich spart das Unternehmen zehn Tonnen Rohstoffe und Abfälle sowie 500 Kubikmeter Wasser.


Bildergalerie  Grafiken: Daten zum weltweiten Energieverbrauch und dem Einsatz erneuerbarer Energien


Beispielsweise ergab der Neubau eines Kühlturms für 60 000 Euro jährliche Einsparungen von 10 000 Euro; die Investition amortisiert sich nach vier Jahren. Zudem wird durch niedrigere Kühlwassertemperaturen zwei Prozent an Lösemitteln und Rohstoffen eingespart und 500 Kubikmeter Wasser. Ein neuer Heizkessel mit verbessertem Wirkungsgrad und moduliertem Laufverhalten, das durch stufenloses Hinunter- und Hochschalten auch Energie spart, kostete 20 000 Euro und senkte die Betriebskosten um jährlich 4000 Euro.

Der Einsatz von Kreislaufxylol, einem Lösemittel zur Entwässerung, aus der Prozesswasseraufbereitungsanlage bringt jährlich 5000 Euro. Überdies muss durch die Einrichtung eines Klimaraumes nun nicht mehr der gesamte Laborbereich bei einer Luftfeucht von 50 Prozent gehalten werden, was Strom und Geld spart. Zudem wird die Abwärme der Produktion für die Verwaltung genutzt. Deren Heizung wurde von Öl auf Gas umgestellt.

Dabei blieb das norddeutsche Unternehmen nicht stehen. Vergangenes Jahr wurde für 3000 Euro die Dachfläche zur Gewinnung von Regenwasser ausgeweitet, das wahlweise zur Auffüllung des Kühlsystems oder zur Dampfgewinnung dient und jährlich 2000 Euro einspart. Ein Entgaser für die Dampfkessel-Wasseraufbereitung, der den Sauerstoff physikalisch entfernt und so der Korrosion vorbeugt, kostete 4000 Euro und bringt jährliche Einsparungen von 2000 Euro. Zum Schutz der Umwelt hat der Hersteller überdies in Zusammenarbeit mit Kunden auf aromatenfreie Lösemittel umgestellt und nutzt nun nachwachsende Rohstoffe, die bei der Biodieselherstellung als Abfälle anfallen.

Lesen Sie weiter auf Seite 3: Fazit

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