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23.07.2007 

Den Berechnungen liegt eine konservative Kostenrechung zugrunde, ein Durchschnittspreis von 18,2 Euro je Tonne CO², dem Durchschnitt des EU-Emissionshandels von 2005. Langfristig erwarten Wissenschaftler einen CO²-Preis von 45 Euro je Tonne nach 2015. Nur dann sei das von der Wissenschaft unisono geforderte Ziel erreichbar, bis 2050 die CO²-Emissionen um 80 Prozent zu senken, um die globale Erderwärmung auf höchstens 2°C zu begrenzen.

Der Energiekonzern RWE, größter privatwirtschaftliche CO²-Emittent in Europa, könnte bei unveränderter Strategie und einem CO²-Preis von 45 Euro bis zu 17 Prozent an Wert verlieren, berechnete die Sustainability Asset Management Group (SAM) für den WWF. Die dem Handelsblatt vorliegende Studie wird ebenfalls heute in London veröffentlicht. Der Konzern, dessen Transparenz das CDP lobt, könne den Wertverlust verhindern, wenn er bei der bis 2020 anstehenden Erneuerung des Kraftwerkparks - etwa 80 Prozent der Erzeugungskapazität - statt auf Kohle auf Erdgas setzte. „Die Aussage, dass der Klimawandel ein Risiko für Energieerzeuger darstellen kann, teilen wir. Darum investieren wir in Klimaschutzprogramme und wollen unter anderem bis 2014 ein CO²-freies Kohlekraftwerk ans Netz bringen“, kommentierte eine Sprecherin des Konzerns.

Klimaschutzaktivitäten sind bei der Münchener Rück bei der Prüfung neuer Beteiligungen als zusätzliches Anlagekriterium zu den traditionellen Kriterien hinzugekommen. Das CDP liefere dafür wichtige Informationen. Auch bei der Revision vorhandener Anlagen spielten sie eine Rolle. Der Rückversicherer ist bisher zu fünf Prozent an RWE beteiligt. „Risiken und Chancen des Klimawandels, heutige und potentielle regulatorische Auswirkungen fließen bei der Swiss Re systematisch in die Aktienanalyse ein“, sagt Ivo Menzinger, Nachhaltigkeitsmanager des Schweizer Rückversicherers.

"Institutionelle Anleger erwarten zunehmend, dass wir Klimaaspekte berücksichtigen und einige lassen aktive Anlageentscheidungen in diesem Bereich zu", berichtet Michael Korn, Geschäftsführer der Allianz Global Investors. Klimawandelrelevante Faktoren flössen zwar noch nicht breit, aber immer häufiger in Investmententscheidungen der Mitglieder ein, sagt BVI-Hauptgeschäftsführer Stefan Seip. „Wir prüfen gerade, ob und wie wir Klimarisiken in die Finanzanalyse integrieren können“, sagt Stefan Löbbert, Leiter des Nachhaltigkeitsmanagements der HypoVereinsbank und deren Muttergesellschaft UniCreditGroup.

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