1 Bewertung *****
13.10.2007 

Auf die Idee, in der Eco-Economy mitzumischen, kam Bode im vergangenen Jahr. Zuvor hatte er sich lange schon mit dem Thema beschäftigt, als Volkswirtschaftsstudent, als Wissenschaftler, als Mitarbeiter beim Hamburger Weltwirtschafts-Archiv (HWWA). Er forschte über für Laien vollkommen undurchdringliche Berechnungsmodelle zur CO2-Reduktion und machte seinen Doktor zum Thema „Ausgestaltung des internationalen Klimaregimes“. Auch beriet er Regierungen in Entwicklungsländern dabei, Genehmigungsbehörden für Klimaprojekte aufzubauen.

„Irgendwann kam dann die Idee, dieses Wissen in Produkte umzusetzen“, sagt Bode, der Anfang des Jahres seinen Job beim HWWA drangab. Seine Überzeugung: Langfristig sind es nicht Spenden oder gut gemeinter Verzicht, die das Klima retten. „Du kannst nicht den Zeigefinger heben und sagen: Du bist ein böser Mensch, weil du reist“, sagt Bode. Der Ökonom setzt vielmehr auf den Markt. Mit entsprechenden Produkten werde gar „Klimaschutz sexy“. Für sein Konzept wurde Bode im Juli mit dem Weconomy-Preis ausgezeichnet, den die Wissensfabrik, eine Initiative führender deutscher Unternehmen, und das Magazin Junge Karriere vergeben.

Seit der Gründung im März ist Bode mit seinem Ein-Mann-Betrieb – Verwaltung, Marketing oder Rechtsberatung kauft er extern ein – vom Firmensitz in Hamburg-Ottensen aus ständig auf Akquise. Bode reist mit dem Zug, versteht sich. Überhaupt lebt er ziemlich bewusst: Ein Auto besitzt er nicht, er setzt auf Car-Sharing, aus der Steckdose kommt Öko-Strom, und CO2-Emissionen kompensieren, das tut er natürlich auch.

Eine Handvoll Geschäftskunden hat Bode für Greenmiles schon gewinnen können, mit anderen, darunter große Autohersteller, sei er im Gespräch. „Man rennt überall offene Türen ein“, sagt er. Viele Firmen wollten etwas für den Klimaschutz tun. Unter den privat Reisenden will er die „Lifestyle-Ökos“, wie er sie nennt, gewinnen. Das sind Leute, die ein paar Euro mehr im Geldbeutel haben und sich Gedanken machen über Umwelt und Klima, ohne radikal zu sein. Diese Leute trifft man im Bio-Supermarkt.

Lesen Sie weiter auf Seite 3: Wo Skeptiker der Klimakompensation ansetzen.

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne
Anzeige

Weitere Beiträge aus dem Ressort

Anzeige

weiterBildergalerien

 

zurück vor
  • Google und das Wissen der...

    Google und das Wissen der Welt

    Es begann vor zehn Jahren als kleines Suchmaschinen-Unternehmen - heute ist Google ein mächtiger, international agierender Konzern. Das Wissen der Welt organisieren, so beschreiben die Google-Gründer ihr Geschäftsziel. Doch das ist dem Internet-Giganten in der Vergange...Bildergalerie 

  • Chronik der stärksten Stü...

    Chronik der stärksten Stürme

    Verheerende Hurrikans suchen alljährlich die Inseln der Karibik und das amerikanische Festland heim. Eine Chronik der stärksten Stürme der letzten Jahre. Bildergalerie 

  • Vom Milliardengrab zum Ho...

    Vom Milliardengrab zum Hoffnungsträger

    Lange Zeit stand die Zukunft des defizitären City-Flitzers unter dem Dach von Daimler auf Messers Schneide. Doch Vorstandschef Zetsche entschied den Richtungskampf über die Zukunft des Problemkinds zu Gunsten eines Verbleibs im Konzern – und eines harten Sanierungskurs...Bildergalerie 

  • Wie der Klimawandel Deuts...

    Wie der Klimawandel Deutschland verändert

    Welche Folgen hat der Klimawandel in den kommenden Jahrzehnten für Deutschland? Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts haben im Auftrag der Bundesregierung mögliche Folgen erforscht. Heraus kam ein Klimamodell, das in seiner Genauigkeit weltweit einzigartig ist.Bildergalerie 

 

weiterHandelsblatt Quiz

Wasserquiz : 20 000 Liter Wasser für ein Kilo Kaffee

Los geht's!Wasser wird oft im Verborgenen verschwendet. Sicher drehen Sie den Hahn zu, wenn Sie sich die Zähne putzen und auch wenn Sie sich unter der Dusche ei...
Testen Sie Ihr Wissen rund um das knappe Nass in unserem Quiz.