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13.10.2007 

Oder auf Bodes Website. Privatkunden würden jetzt häufiger zu Greenmiles.de finden, sagt er, „nicht mehr nur alte Kumpels, wie am Anfang“. Auf der Seite erwartet den Nutzer das blanke schlechte Gewissen. Wie bei jedem Billigflieger finden sich dort Eingabefelder, wohin die Reise gehen soll. Am Ende spuckt das Programm die Menge an verbrauchtem Kohlendioxid aus. Und was es kostet, diese wettzumachen.

Genau 8,20 Euro inklusive Mehrwertsteuer müsste man bei Greenmiles bezahlen, um die Abgase eines Fluges von München nach Hamburg irgendwo auf der Welt wieder auszugleichen. 8,20 Euro für 328 Kilogramm herausgeblasenes CO2. Etwas weniger, nämlich sieben Euro für 280 Kilo CO2 wären fällig, nähme man das Auto. Wesentlich günstiger ist die Bahn: Das macht für 57 Kilo genau fünf Euro. Klimasieger aber ist der Reisebus: Der stößt auf derselben Strecke nur 46 Kilo Kohlendioxid aus. Macht ebenfalls fünf Euro.

Fünf Euro, die minus einer Marge von durchschnittlich 30 Prozent dann etwa bei einer Biomasse-Anlage in Indien landen, die einen rumpeligen Dieselgenerator ersetzt. Dort werden künftig statt Diesel nur Reishülsen und Baumwollstiele verfeuert – und so CO2 eingespart. „Das ist doch viel anschaulicher als irgendeine Spende“, sagt Bode. Hier setzen aber auch die Skeptiker der Klimakompensation an. Fließt das Geld wirklich dorthin? Haben die Projekte überhaupt Sinn? Und warum berechnen unterschiedliche Anbieter unterschiedliche Beträge? Bode gibt sich gelassen und pocht darauf, dass er die Regeln des Kyoto-Protokolls für die Berechnung anwende und seine Klimaprojekte von den Vereinten Nationen ausgewiesen seien. Außerdem überprüfe der TÜV regelmäßig, ob die geförderte Anlage auch tatsächlich Strom produziert hat. Darin sieht er auch sein Alleinstellungsmerkmal gegenüber Konkurrenten wie Atmosfair, 3C oder Climatepartner. Andere Kritiker sprechen verächtlich von einem modernen Ablasshandel. Motto: Ich kaufe mich von meinen Sünden frei. „Falsch“, erwidert Bode. Anders als bei der Kirche gebe es bei Greenmiles einen echten Nutzen: das eingesparte CO2. „Außerdem: Was ist denn die Alternative?“ Ein Geländewagenfahrer werde nicht wegen des Klimawandels plötzlich ein 3-Liter-Auto kaufen. „Er fährt trotzdem. Aber er kann kompensieren.“

Bode will weitere Produkte zum klimaverträglichen Leben verkaufen. „CO2-Kompensation ist erst der Einstieg“, sagt er. Seine Ziele sind sportlich: In drei Jahren will er Nummer eins in Deutschland und Nummer drei in Europa sein.

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