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03.06.2008 
Börsenkurse Solarbranche

Industrie will Anlegern Vertrauen zurückgeben

von Julia Groth

Um Investoren auch in schwierigen Börsenphasen zu halten, bauen die deutschen Solarunternehmen auf solide Arbeit - und auf fair gehandelten Kaffee für die Mitarbeiter. Doch die Schwierigkeiten bei Conergy mahnen zur Zurückhaltung.

Der Berliner Hersteller Solon setzt auf eine konservative Firmenpolitik. Foto: dpaLupe

Der Berliner Hersteller Solon setzt auf eine konservative Firmenpolitik. Foto: dpa

KÖLN. Die Bonner Solarworld AG gehört derzeit zu den Lieblingen der Anleger. Bei etwa 35 Euro steht die Aktie zurzeit. Das sind zwar mehr als zehn Euro weniger als zu ihren Hochzeiten Ende vergangenen Jahres - aber doch zehn Euro mehr als in der turbulenten Börsenphase zu Beginn 2008. "Die Solarworld hat sich gut gehalten", bilanziert denn auch Finanzvorstand Philipp Koecke zufrieden. Das Erfolgsrezept des Unternehmens, das von Silizium über Solarzellen und Module bis zu ganzen Kraftwerken nahezu die gesamte Produktkette der Branche produziert, klingt einfach. "Wir versuchen, ein gutes Geschäft zu machen, profitabel zu sein, Kosten zu rationalisieren und gleichzeitig Leute einzustellen", sagt Koecke.

Und noch etwas tut Solarworld, um Investoren zu gefallen: Der Geschäftsbericht enthält einen ausführlichen Nachhaltigkeitsreport, der zum Beispiel über die CO2-Bilanz des Unternehmens und sein soziales Engagement Auskunft gibt. "Das macht sonst keiner im Solarbereich", ist sich Koecke sicher. Selbst der Kaffee für die Mitarbeiter ist fair gehandelt - des sauberen Images wegen.

Neue Investoren sucht der Bonner Solar-Riese nicht nur mit derlei papierener Überzeugungsarbeit, sondern auch auf Roadshows, vor allem im Ausland. Die Kursverluste der vergangenen Monate können Koeckes Zuversicht kaum trüben. "Die Story der Solarbranche spricht für sich", ist er überzeugt. "Die Leute glauben an diese Industrie."

Tatsächlich scheint der Glaube der Investoren an den Erfolg der deutschen Solarunternehmen nach wie vor groß. Ein großer Teil der Unternehmen ging in den vergangenen Jahren erfolgreich an die Börse und investierte das neue Kapital in die Forschung. "Wenn eine Industrie so gute Wachstumsperspektiven bietet, ist der Gang an den Kapitalmarkt immer eine Option", sagt Erkan Aycicek, Branchenanalyst der Commerzbank. "Und auch 2007 haben Solarwerte sich sehr erfreulich entwickelt."

Anfang dieses Jahres folgte ein Absturz - allerdings in den wenigsten Fällen durch eigenes Verschulden. "Die Kursverluste gehen klar auf die Verunsicherung an den Kapitalmärkten zurück", sagt Aycicek. Zu Beginn der Kapitalmarkt-Krise verkauften viele Anleger die gut laufenden Solar-Aktien, um später kein Geld zu verlieren, oder um Verluste aus Geschäften mit anderen Aktien auszugleichen. Der Großteil der Solarwerte an der Börse erholt sich derzeit denn auch schon wieder. Ein Signal für die Unternehmen, mit ihren Kapitalmarkt-Strategien fortzufahren wie bisher - wobei diese ohnehin eher meist noch an die bescheidenen, aber mit der Lust am Zupacken verbundenen Anfänge der Branche erinnern, und weniger an eine hoch professionelle Kapitalmarkt-Vermarktung.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Arbeit gut, Kurs gut?

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