Wachsende Diskrepanz zwischen wirtschaftlichen Gewinnern und Verlierern
Die Umfrageergebnisse zeigten „die zunehmende Disparität zwischen Gewinnern und Verlierern, Chancen und Risiken“, heißt es im Bericht über die Umfrage unter den im FT500-Index notierten Konzernriesen. Die Investoren bemängeln die große Kluft zwischen einem wachsenden Bewusstsein zum Klimaproblem und unternehmerischem Handeln. Zwar sagten 87 Prozent der Konzerne, der Klimawandel berge für sie wirtschaftliche Risiken oder Chancen. „Von ihnen hat aber weniger als die Hälfte ein konkretes Programm zur Emissionssenkung“, kritisiert, CDP-Koordinator Paul Dickinson.
Klimaschutz jedoch entscheide, ob man zu den Gewinnern oder Verlierern gehöre, die sich durch Treibhausgasvorschriften ergäben, berechnete die Ratingagentur Innovest für das CDP. Das am besten positionierte Unternehmen könnte zusätzliche Renditen von 10,6 Prozent der Gewinne vor Steuern, Zinsen und Amortisation (EBITDA) realisieren. „Das Schlechteste könnte 25 Prozent seines EBITDA durch von Aufwendungen für rechtliche Compliance verlieren“, schreibt Innovest.
Unlängst hatte der Vermögensverwalter SAM berechnet, dass Unternehmen mit guter Bewertung hinsichtlich Klimaschutzaktivitäten in den vergangenen fünf Jahren eine höhere Eigenkapitalrendite hatten als der Branchendurchschnitt. Sie seien bessere Investments, so die Analysten. Emissionssenkung kostet zudem weniger als angenommen, berechnete Innovest für das CDP. Viele Unternehmen könnten mit nur einem Prozent des Gewinns ihre Emissionen um zehn Prozent unter das Niveau von 2005 senken.
Als eines von nur drei der weltweit größten Unternehmen und als einziger Telekomanbieter erreichte die Deutsche Telekom mit 100 Prozent die höchste Wertung im „CDP4 Report 2006“. Ihr gelang, die Entwicklung der CO²-Emissionen durch die Nutzung erneuerbarer Energien vom Energieverbrauch abzukoppeln. Der „Climate Leadership Index“ des CDP listet auch die britische Bank HSBC, die CO2-neutral arbeitet und stark in erneuerbare Energien investiert, sowie den Technologiekonzern GE, der erneuerbare Energien und Niedrigemissionstechnologien für Bahn- und Luftverkehr anbietet.
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