Deutsche Konzerne hüllen sich noch in Schweigen
Hingegen verweigerten vergangenes Jahr zwei Drittel der 200 nach Marktkapitalisierung größten deutschen Börsenkonzerne den Aktionären Informationen über Emissionen und Klimaschutzstrategien. Das ergab die erste Deutschlandumfrage, die der Bundesverband Investment und Asset Management (BVI) für das CDP organisierte. Die Rücklaufquote betrug nur 32 Prozent. In Japan füllten zwei Drittel der Konzerne den Fragebogen aus, in Brasilien mehr als die Hälfte, in Frankreich 45 Prozent.
Ein Drittel der deutschen Konzerne lehnte die Teilnahme ganz ab, darunter Industriemaschinenhersteller BayWa, Carl Zeiss Meditec, die Chemiekonzerne Degussa und GEA, Fresenius Medical Care, Jenoptik, KarstadtQuelle, Porsche und Rheinmetall. Zu denen, die nicht antworteten, gehören energieintensive Unternehmen wie Dyckerhoff, Heidelberger Zement, REpower Systems und Vattenfall.
Der BVI erwägt, dieses Jahr den Kapitalanteil der CDP-Investoren an den Verweigerern zu beziffern. Er erwartet, dass die Beteilungsquote höher sein wird, ähnlich dem internationalen Trend. Die Umfrage wurde im Februar gestartet, die Ergebnisse werden im Oktober vorgelegt. „Erkenntnisse über klimarelevante Faktoren rücken für uns als Investmentbranche zunehmend in den Fokus. Durch das CDP erhalten wir die nötigen Informationen“, sagt BVI-Hauptgeschäftsführer Stefan Seip. Das fließe zwar noch nicht in der Breite, aber immer häufiger in Investmententscheidungen der Mitglieder ein.
„Institutionelle Anleger erwarten zunehmend, dass wir Klima- und Umweltschutz bei unseren Vermögensverwaltungsangeboten und der Titelauswahl berücksichtigen sowie Analysen dazu bieten können. Sie nehmen das gerne in Anspruch, und einige Institutionelle lassen dann auch aktive Anlageentscheidungen in diesem Bereich zu", berichtet Michael Korn, Geschäftsführer der Allianz Global Investors KAG. Der Allianz-Konzern selbst ist aber noch nicht so weit.
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