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05.10.2007 

In der Erkenntnis, welche Bedeutung die Baubranche für die Umwelt hat, hat sich die europäische Bauindustrie mit Mitgliedsverbänden aus 27 Ländern vor gut einem Jahr zu zehn Nachhaltigkeitskriterien verpflichtet. Doch diese sind recht vage und ohne konkrete Handlungsanleitungen und Standards. Es fehlt jegliche Kontrolle, geschweige denn eine Sanktionierung.

Auch Deutschland hinkt bei nachhaltigem Bauen im Gewerbebereich internationalen Entwicklungen hinterher, die Regulatoren reagieren ebenfalls langsam. Zwar gibt es im Wohnbaubereich strenge Energieeinsparverordnungen und Standards, wie das Passivhaus und den Niedrigenergiestandard. Doch Büro- und Gewerbebauten unterliegen kaum Regelungen. So bestanden bislang betriebliche Funktionsbauten kaum Energie- und Wärmeschutzvorschriften, während die für Wohngebäude vielfach verschärft wurden. Die Gewerbeimmobilienbranche selbst hat die Erfahrungen aus dem Wohngebäudebereich schlicht ignoriert.

Daran kann sich künftig aber etwas ändern. Die zum 1. Oktober 2007 in Kraft tretende Energieeinsparverordnung enthält immerhin Rechenverfahren für die Heizenergie und den dominanten Stromverbrauch, so dass diese schon im Planungsverfahren berücksichtigt werden können. „Das ist aber nur die halbe Miete - die Ziele sind im ersten Schritt noch recht mager“, sagt der Ingenieur Werner Eicke-Hennig vom Institut Wohnen und Umwelt in Darmstadt.

Schillernde, gläserne Bürogebäude haben – insbesondere wegen der Klimatisierung - auch heute noch einen durchschnittlichen Primärenergieverbrauch pro Jahr von 700 Kilowattstunden – das sind 70 Liter Heizöl pro m². Bei Wohngebäuden sind maximal sieben Liter erlaubt. „Der Energiestandard vieler Neubauten ist unter dem Niveau des 19. Jahrhunderts“, kritisiert Eicke-Hennig. Manchmal fehlten selbst bei neuen Gebäuden wie dem schleswig-holsteinischen Landtag die Messeinrichtungen für den Energieverbrauch.

„Technisch hat sich aber viel weiterentwickelt und einige Beispiele von Büro- und Gewerbebauten zeigen, dass 100 Kilowattstunden Primärenergie pro beheizte Nettogrundfläche sind möglich sind“, so der Experte unter Bezugnahme auf das Förderprogramm SolarBau.de

Lesen Sie weiter auf Seite 4: Pioniere nachhaltigen Bauens zeigen Innovationen

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