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29.05.2008 
Sozialverantwortung

Mittelstand setzt auf Ethik-Bonus

von Heike Leitschuh

Die Mehrheit der kleinen und mittelgroßen Unternehmen (KMUs) nimmt unternehmerische Sozialverantwortung sehr ernst und hält sie für zunehmend wichtig. Doch trotz aller Bemühungen haben nur wenige KMUs ihr Engagement strategisch in den Betrieb eingebettet. Die Aktivitäten der Unternehmen.

DÜSSELDORF. Der Umstieg auf rein natürliche Zutaten schien keine gute Idee zu sein. Nachdem sich der Bremerhavener Tiefkühlkost-Hersteller Frosta im Jahr 2003 ein Reinheitsgebot für alle Menüs auferlegt hatte, brach der Umsatz ein: Die Produkte waren zwar besser, aber auch teurer geworden. Frosta entließ Mitarbeiter und stand am Rande des Ruins. Trotzdem hielt die Geschäftsführung am Anspruch fest – künstliche Zusätze blieben tabu.

Das Durchhaltevermögen hat sich bezahlt gemacht: Heute steht Frosta sowohl beim Umsatz als auch bei den Beschäftigten wieder gut da – und setzt mit seinen verbesserten Mahlzeiten Standards in der Branche. Das Beispiel des Familienunternehmens zeigt, worauf es ankommt, wenn man mit Corporate Social Responsibility (CSR) erfolgreich sein will: Man braucht einen langen Atem. „CSR ist für uns eine langfristige Haltung“, sagt Frosta-Vorstand Felix Ahlers.

In den vergangenen Monaten häufen sich die Studien, die der Frage nachgehen, inwieweit das Thema CSR den Mittelstand berührt. Alle Untersuchungen kommen in einem Punkt zum gleichen Ergebnis: Die Mehrheit der kleinen und mittelgroßen Unternehmen (KMUs) nimmt unternehmerische Sozialverantwortung sehr ernst und hält sie für zunehmend wichtig.

Auch die Konzern-Lenker haben sich diese Einstellung verordnet. Doch es scheint, als seien sie häufig nicht aus Eigenantrieb sozial aktiv – sie reagieren eher auf Druck der Öffentlichkeit. Mittelständische Betriebe hingegen engagieren sich häufig, weil der Inhaber es so will. Rund 89 Prozent aller befragten Familienunternehmer geben in einer neuen Bertelsmann-Studie an, ihre eigenen Überzeugungen seien der Hauptantrieb. Ein zweiter, wichtiger Grund: KMUs wollen sich mit Hilfe von CSR als angesehener Arbeitgeber positionieren. In einer Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Grant Thornton gaben 72 Prozent der deutschen Mittelständler an, sie müssten sich vor allem im Wettbewerb um qualifiziertes Personal behaupten.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Der Öko-Manager des Jahres 2007.

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