Ausweitung der Finanzanalyse
Vielen Investoren reicht das nicht. Sie kritisieren, dass die traditionelle Aktienanalyse Risiken und Chancen aus ökologischen, sozialen und ethischen Aspekten nicht erkenne. Daher fordern europäische Vermögensverwalter, Pensionsfonds und Stiftungen mit 1,2 Billionen Euro verwaltetem Vermögen in der „Enhanced Analytics Initiative“ die Integration zentraler Nachhaltigkeitskriterien in die Finanzanalyse. Die Investoren vergeben mehr Aufträge an Broker, die derart umfassende Aktienanalysen machen.
Überdies haben sich inzwischen 180 Vermögensverwalter, Banken, Versicherer und Pensionsfonds mit zusammen acht Billionen Euro verwaltetem Vermögen, darunter die Münchener Rück, verpflichtet, bei allen Kapitalanlagen die vergangenes Jahr verabschiedeten UN-Prinzipien für verantwortliches Investieren zu beachten. Deren Analysten sind also aufgefordert, diese Aspekte bei der Finanzanalyse zu berücksichtigen. Ein Projekt der World Economc Forum Global Corporate Citizenship Initiative namens „Mainstreaming Responsible Investment“ versucht ebenfalls, unter konventionellen Kapitalmarktteilnehmern mehr Bewusstsein für das Potenzial sozialer und ökologischer Aspekte auf die Finanzperformance von Investitionen zu wecken.
Die Integration von Umwelt- und Sozialleistungen in die Finanzanalyse wird sich in zehn Jahren etabliert haben. Das erwarten drei Viertel von weltweit mehr als 190 institutionellen Investmentmanagern, die die Mercer vor einem Jahr befragte. 83 Prozent erwarten, dass „Active Ownership“ 2010 allgemeine Praxis ist.

