0 Bewertungen
19.09.2007 
Wachstumsgrenze erreicht

Ressourcenknappheit sorgt Wissenschaftler weltweit

von Susanne Bergius

Dennis Meadows und der Club of Rome stehen mit ihren Warnungen in "Grenzen des Wachstums" nicht mehr alleine: Effiziente Nutzung der Ressourcen könnte in Deutschland bis zu 200 Mrd. Euro einsparen, sowie die Wirtschaft, den Arbeitsmarkt ankurbeln – und nicht zuletzt massiv zum Klimaschutz beitragen.

„Wir haben dreißig Jahre geschlafen“, wettert Dennis Meadows, Mitglied des Club of Rome. Obwohl die Organisation schon 1972 vor dem Ende des wachstumsorientierten Wirtschaftens gewarnt habe, seien weiter Rohstoffe verschwendet worden. Die Umwelt sei so verschmutzt wie nie zuvor; die Probleme drohten schon in den nächsten Jahrzehnten akut zu werden, ein Umsteuern sei überfällig.

Der Club of Rome wurde 1968 gegründet, um einen weltweiten Austausch über globale Probleme zu ermöglichen. Heute hat er 50 Mitglieder, darunter Richard von Weizäcker, Michail Gorbatschow oder Königin Beatrix. Vor einem Jahr erschien in Deutschland Meadows Rückblick auf die 30 Jahre, die seit dem Furore machenden Buch „Grenzen des Wachstums“ des Expertenklubs vergingen.

Zukunftsforscher Meadows hat Szenarien zu Bevölkerungswachstum, Nahrungsmittelproduktion, Industrialisierung, Umweltverschmutzung und Rohstoffausbeutung per Computersimulation aktualisiert. Bei unveränderter Wirtschaftsweise habe die Welt noch 70 Jahre bis zum Kollaps. Einen Ausweg sieht er in umwelt- und sozialverträglicherer Wirtschaftsweise.

Meadows Methoden sind umstritten, zumal manche Befürchtungen bisher nicht eintrafen. Doch der Chemiker steht mit seinen Warnungen, insbesondere zur Rohstoffknappheit, nicht mehr alleine. Auch in der amerikanischen Elite-Universität Yale läuteten die Alarmglocken. Der Menschheit gehen rasch wichtige Rohstoffe aus, errechneten die Wissenschaftler Robert Gordon und Thomas Graedel in New Haven. Vorräte an Kupfer, Zink oder Platin in der Erdkruste seien zu gering, wenn die Entwicklungsländer westliche Lebensstandards anstrebten.

Heute kommen 80 Prozent der weltweiten Rohstoffe nur 20 Prozent der Menschheit zugute. Die starke Verteuerung von Rohstoffen gilt als Signal für Verknappung und zunehmende geopolitische Risiken beim Kampf um Rohstoffe. Das Magazin ‚Der Spiegel’ titelte darum einmal gar mit „Der neue Kalte Krieg“.

Ein von den Vereinten Nationen unterstützter Think Tank, der das Know-how von tausend Wissenschaftlern vereint, hat ebenfalls vor der Bedrohung der natürlichen Lebensgrundlagen gewarnt. Wachse im Zuge der Industrialisierung der Entwicklungs- und Schwellenländer die Nachfrage weiter derart rasant, würden die vorhanden Ressourcen an Wasser, Energieträgern, Wald und Nahrungsmitteln bald enden.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: „Höhere Ressourcenproduktivität muss in Politik und Wirtschaften zum Top-Thema werden“

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne

Beiträge zum Thema

Anzeige

Weitere Beiträge aus dem Ressort

Anzeige

weiterBildergalerien

 

zurück vor
  • Google und das Wissen der...

    Google und das Wissen der Welt

    Es begann vor zehn Jahren als kleines Suchmaschinen-Unternehmen - heute ist Google ein mächtiger, international agierender Konzern. Das Wissen der Welt organisieren, so beschreiben die Google-Gründer ihr Geschäftsziel. Doch das ist dem Internet-Giganten in der Vergange...Bildergalerie 

  • Chronik der stärksten Stü...

    Chronik der stärksten Stürme

    Verheerende Hurrikans suchen alljährlich die Inseln der Karibik und das amerikanische Festland heim. Eine Chronik der stärksten Stürme der letzten Jahre. Bildergalerie 

  • Vom Milliardengrab zum Ho...

    Vom Milliardengrab zum Hoffnungsträger

    Lange Zeit stand die Zukunft des defizitären City-Flitzers unter dem Dach von Daimler auf Messers Schneide. Doch Vorstandschef Zetsche entschied den Richtungskampf über die Zukunft des Problemkinds zu Gunsten eines Verbleibs im Konzern – und eines harten Sanierungskurs...Bildergalerie 

  • Wie der Klimawandel Deuts...

    Wie der Klimawandel Deutschland verändert

    Welche Folgen hat der Klimawandel in den kommenden Jahrzehnten für Deutschland? Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts haben im Auftrag der Bundesregierung mögliche Folgen erforscht. Heraus kam ein Klimamodell, das in seiner Genauigkeit weltweit einzigartig ist.Bildergalerie 

 

weiterHandelsblatt Quiz

Wasserquiz : 20 000 Liter Wasser für ein Kilo Kaffee

Los geht's!Wasser wird oft im Verborgenen verschwendet. Sicher drehen Sie den Hahn zu, wenn Sie sich die Zähne putzen und auch wenn Sie sich unter der Dusche ei...
Testen Sie Ihr Wissen rund um das knappe Nass in unserem Quiz.