Die Continentale bietet seit 1994 die fondsgebundene Versicherung Life Time Öko, die die Prämien in fünf ökologisch und ethisch ausgerichtete Aktien- und Rentenfonds investiert. Zudem legte sie gleichzeitig zusammen mit der Anlagegesellschaft Versiko AG eine fondsgebundene Lebensversicherung auf, deren Beiträge in ökologische Investmentfonds fließen. In beiden Fonds verwaltet sie gut 20 Mill. Euro, so Jakob Wachter, Direktor Produktmanagement der Continentale. Dagegen ist die angebotene Rentenversicherung konventionell. Die Gelder aus der VersiRente von Versiko und Continentale werden nach eigenen Angaben nur zu 22 Prozent nachhaltig investiert. Die Rentenprodukte von Provita, Oeco Capital und dem Fairsicherungsladen sind zu hundert Prozent nachhaltig ausgerichtet.
Ein konsequentes Konzept mit viel Flexibilität bietet auch die 2003 aufgelegte „Oeco-net“ von Fairsicherungsladen und Swiss Life/ Schweizerische Rentenanstalt. Sie investiert ausschließlich nach nachhaltigen Gesichtspunkten in Fonds mit Aktien und festverzinslichen Wertpapieren. Allerdings verwaltete sie erst wenige Mill. Euro. „Die Verbraucher können zwischen drei Strategien wählen – vom sicheren Vermögensaufbau bis zur spekulativen Wachstumsstrategie“, sagt Wiechers, Chef des Fairsicherungsladens. Je nach Variante macht der Aktienanteil 20%, 50% oder 80% aus.
Außerdem können die Versicherten die Anlagestrategie drei Mal jährlich kostenlos anpassen. Bei hohen Aktienkursen, können sie vom spekulativen Topf in den festverzinslichen wechseln und den Wertanstieg absichern - und nach einem Kursrutsch auf niedrigem Niveau wieder einsteigen. Wer sich dem Rentenalter nähert, kann Aktienanteile niedrig halten und auf festverzinsliche Papiere umsteigen. Mit dem nach dem Muster manch klassischer fondsgebundener Versicherung gestrickten Angebot bereichert „oeco-net“ den Markt. Der Neuling verspricht langfristig eine gegenüber Öko- und klassischen Renten überdurchschnittliche Rendite / Auszahlung. Doch Vorsicht: Prognosen haften Unsicherheiten an. Zudem haben fondsgebundene Policen den Nachteil, keine Garantierente zu bieten.
Bei manchen spezialisierten Anbietern wie Provita können Versicherte konkrete Fondswünsche einbringen. „Diese Gestaltungsfreiheit für Anleger ist ein Trend, den konventionelle Anbieter aufgreifen, so dass Kunden auch bei klassischen Produkten eine Anlage in Ökofonds wählen können“, berichtet Ute Bomborsch vom Nachhaltigkeitsfondsanbieter Oekoworld, in dessen Fonds manche Vorsorgeprodukte investieren.
Bei der Allianz, dem deutschen Marktführer für Lebensversicherungen, sind die Möglichkeiten aber eingeschränkt. Seit 2003 können Kunden für alte und neue fondsgebunden Rentenversicherungen mitbestimmen, welchen Prämieanteil sie „grün“ anlegen. Aber es gibt keine Streuung auf mehrere Fonds, sondern es werden nur zwei hauseigene Nachhaltigkeitspublikumsfonds zur Auswahl angeboten. Und nur bei einer Fondsrente ohne Garantieleistung kann der gesamte Beitrag in Öko-Aktien fließen. Bei einer Fondsrente mit Garantiekapital legt die Allianz den für die Garantie nötigen Prämienteil hingegen klassisch in Renten-, Geldmarkt- oder Aktienfonds an. Über den Rest kann der Versicherte bestimmen und den Anlageschwerpunkt kostenfrei ändern. Der „grüne“ Anteil erreicht daher bei einer Garantierente kaum mehr als ein Drittel. „Eine wirklich nachhaltige Police wäre sie nur, wenn mehr als die Hälfte der Prämie in den Öko-Fonds fließen würde“, räumt Udo Rössler von der Allianz ein. Zwar hat sich der in den zwei Fonds nachhaltig angelegte Prämienteil seit Jahresende auf 3,1 Mill. Euro verdreifacht, aber damit ist die Allianz noch ein sehr kleines Licht in der Branche.
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