Von den im FT 500-Index notierten weltgrößten Konzernen antworteten 77 Prozent auf die Umfrage. Der Klimawandel berge Geschäftsrisiken und Chancen, sagen 80 Prozent von ihnen. „Drei Viertel der Antwortenden haben jetzt Emissionssenkungsprogramme mit spezifischen Zielen und Zeitvorgaben“, lobt Innovest in dem Bericht. 2006 hatte nur knapp die Hälfte solche Programme. Von den ausgewerteten 104 deutschen Firmen hat aber nur ein Drittel Klimaprogramme mit Zielen.
Allein der Bericht über die FT 500-Konzerne erfasst dank besserer Datenerhebung 14 Prozent aller vom Menschen verursachten Treibhausgasemissionen, das Doppelte des Vorjahres. Doch trotz der beträchtlichen Risiken regeln nur 64 Prozent aller CO2-intensiven Unternehmen entsprechende Verantwortlichkeiten im Vorstand oder dem höheren Management. „Ein stärkeres Klimabewusstsein bedeutet nicht, dass dem Klimawandel die nötige Aufmerksamkeit im Management gegeben wird“, bemängelt Innovest. Nur einzelne energieintensive Konzerne hätten ihre Emissionen seit 2001 nennenswert gesenkt.
Das CDP prangert diejenigen namentlich an, die nicht reagiert oder eine Antwort abgelehnt haben, und beziffert den Kapitalanteil der Investorengruppe. „Der Mangel an Transparenz in diesen Fällen sollte den Unterzeichnern des CDP Sorgen machen“, warnt Innovest.
Doch auch bei Investoren ist „die Kluft zwischen Bewusstsein und Handeln unverändert groß“, kritisiert Innovest. Klimaschutz als Entscheidungskriterium für eigene Aktienanlagen hat fast nur die Münchener Rück. Faber sagte wiederholt, Klimarisiken sollten regulärer Teil der Finanzanalyse sein. Doch noch integriert die Allianz sie nicht systematisch, räumt aber Verbesserungsbedarf ein. Der Klimawandel habe eine wachsende Bedeutung für die Portfolioauswahl, sagt sie. Darum arbeitet sie seit kurzem mit Umweltschutzorganisationen an entsprechenden Kriterien und Methoden.
