Ein weiteres Beispiel ist der Unternehmer Zhong Kaimin aus Peking. Seit acht Jahren produziert er Bio-Eier für den regionalen Markt. Schon bevor die Seuchen SARS und Vogelgrippe in China grassierten, war dem Unternehmer Qualität, Tier- und Umweltschutz wichtig. Obwohl sein Produkt dreimal so teuer ist wie ein chinesisches Standard-Ei, wuchsen seine Umsätze zwischen 2002 und 2006 jährlich um hundert Prozent.
„Diese Unternehmen sind sich der positiven Wechselwirkung zwischen gesellschaftlicher Verantwortung und Geschäftserfolg bewusst, deshalb finden die Prinzipien der Nachhaltigkeit ganz selbstverständlich Eingang in die Geschäftsstrategie,“ erklärt Peter Zollinger, Direktor von SustainAbility. Das geschehe ganz ohne Kritik und Druck von außen.
So positiv sieht das Winfried Polte von der DEG nicht. Neben einem ethischen Verständnis der Unternehmensführung geben vor allem der Druck und die Kontrolle westlicher internationaler Organisationen und Verbraucherverbände wichtige Impulse, dass in den Ländern des Südens vermehrt hohe Umwelt- und Sozialstandards umgesetzt werden. „Nur wenn diese befolgt werden, können sich die Unternehmen eine Nische im internationalen Markt sichern“, erklärt Polte. Im Herbst veranstaltet die DEG darum in Köln mit Unternehmen aus Europa und Entwicklungsländern eine Fachtagung zu „Nachhaltigem Wirtschaften/Social Corporate Responsibility“.

