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28.01.2008 

Problematisch kann auch sein, wenn ehrgeizigen Zielen plötzlich eine ungünstige wirtschaftliche Entwicklung des Unternehmens in die Quere kommt. So hatte die Citigroup, die weltweit größte Bankengruppe, im Frühjahr 2007 angekündigt, sie wolle in den nächsten zehn Jahr 50 Mrd. Dollar in den Klimaschutz investieren. Inzwischen hat die US-Kreditkrise die Bank stark erschüttert, sie wies im vierten Quartal einen Verlust von 9,8 Mrd. Dollar aus. Nun ist fraglich, ob sie wie angepeilt verstärkt die Kommerzialisierung und Verbreitung alternativer Energien und saubere Technologien bei ihren Kunden, sich selbst und anderen Märkten finanzieren und beratend unterstützen kann. Immerhin: die Citigroup hat davon bereits fast zehn Mrd. Dollar investiert, um bis 2011 ihre Treibhausgasemissionen um zehn Prozent zu verringern.

Trotz aller Unternehmensinitiativen ist Skepsis angebracht. "Noch immer werden Effizienzgewinne durch das Wirtschaftwachstum aufgebraucht", kritisiert Ulrich Steger vom Managementinstitut IMD in Lausanne. Allen voran nennt er die elektronische Aufrüstung der Haushalte, auch mit Telekommunikationsprodukten, und den Flugverkehr. Die Transportleistung der Lufthansa zum Beispiel stieg von 1991 bis 2006 um 231 Prozent und damit fast doppelt so stark, wie die CO2-Emissionen, aber die Emissionen erhöhten sich laut eigenen Angaben eben auch: um 122 Prozent. Steger bezweifelt, ob das aktuelle Klimaschutzengagement der Unternehmen dauerhaft und effektiv ist.

Anlass dazu gibt es genug: Fast ein Drittel der Unternehmen verfügt gar nicht über ein Monitoring der eigenen CO2-Emissionen, geschweige denn der indirekten Emissionen der Zuliefererkette, schlimmer noch: sie planen nicht einmal, daran etwas zu ändern. Dies ergab im Mai 2007 eine Befragung von weltweit 630 Managern aus Industrie- und Dienstleistungsunternehmen durch die "Economist Intelligence Unit". Nur zehn Prozent der Unternehmen sagten, sie überprüften den Klimaeffekt für das gesamte Geschäft. Ein Viertel erfasst manche Emissionen - aber auch nur teilweise, heißt es in der Studie "A Change in the Climate". Ihr Fazit: Noch immer handeln Unternehmen erst, wenn Reputation oder Geschäft bedroht sind, statt neue Geschäftschancen zu nutzen.

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