Die deutschen Hersteller hätten ihre Unterstützung bei der Forderung, die CO2-Reduktion auf die verschiedenen Fahrzeugklassen fair zu verteilen, sagte Merkel. Sie sehe gute Chancen, „zu vernünftigen Regelungen zu kommen“. Die EU-Kommission will den CO2-Ausstoß bis 2012 im Flottendurchschnitt auf 120 Gramm pro Kilometer begrenzen. Vor allem deutsche Hersteller, die schwere und PS-starke Wagen im Programm haben, fordern laxere Grenzwerte für größere Autos. Wie eine gesetzliche Regelung aussehen wird, ist offen. Am Mittwoch hatte der europäische Automobilverband Acea die EU-Kommission aufgefordert, den Herstellern mehr Zeit zu gewähren und nicht nur die Autoindustrie in die Pflicht zu nehmen. Die Hersteller sähen sich nicht in der Lage, schon 2012 im Alleingang eine verbindliche EU-Vorgabe einzuhalten.
Der Präsident des deutschen Branchenverbandes VDA zahlte Merkel die Unterstützung mit gleicher Münze heim. „Die Bundeskanzlerin hat ein Ohr für die Anliegen der Autoindustrie“, bescheinigte Matthias Wissmann seiner Parteifreundin. Gemeinsam hatten beide am Kabinettstisch von CDU-Altkanzler Helmut Kohl gesessen. Merkel als Umwelt- und Wissmann als Verkehrsminister. Die Kanzlerin sagt Unbequemes, als sie die Hersteller auffordert, „an jeder Stelle des Automobils“ zu prüfen, wie der Ausstoß des Treibhausgases CO2 verringert werden könne. Es gebe keine andere Wahl, als dem Klimawandel entgegenzuwirken.
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Vor dem Eingang zur IAA protestierte unterdessen die Umweltschutzorganisation Greenpeace gegen die Modellpolitik der deutschen Hersteller. Aktivisten verwandelten drei Autos der Marken Audi, BMW und VW mit besonders hohem Verbrauch mit Hilfe von rosa Farbe, Schnauzen und Ringelschwänzchen in „Klimaschweine“.
Im Mittelpunkt der IAA stehen in diesem Jahr die Versuche der Branche, Spritverbrauch und CO2-Ausstoß der Fahrzeuge zu senken. Ab Samstag öffnet die Messe ihre Tore bis zum 23. September auch für Privatbesucher.
