Die wichtigsten internationalen Branchenmessen lenken den automobilen Premierenzirkus. Los geht das klassische Autojahr im Januar mit der Motorshow in Detroit, dem angegriffenen Herzen des kriselnden US-Autotrios General Motors, Ford und Chrysler. Darauf folgt im März der Genfer Automobilsalon in der Schweiz. Im September und Oktober wechseln sich die IAA in Frankfurt und die Pariser Mondial de l'Automobile im jährlichen Rhythmus ab.
Hinzu kommen neue Regionen, in denen die Nachfrage nach dem Mobilitätsfaktor Auto wächst. „Peking und Shanghai haben mit dem Aufschwung der chinesischen Autoindustrie an Bedeutung gewonnen“, sagte der BMW-Sprecher. „Für uns gehören sie jetzt zu den Top-Veranstaltungen, den A-Messen.“ Das gilt auch für Continental. „Automobilmessen in Asien erlangen zunehmend Bedeutung für uns“, sagte die Konzern-Sprecherin.
China ist für die deutschen Hersteller seit dem vergangenen Jahr der größte Absatzmarkt außerhalb der eigenen Grenzen, frohlockte Anfang der Woche VDA-Präsident Matthias Wissmann auf der Auto China. Allerdings ist die noch bis Montag laufende Messe in Peking trotz der wachsenden Lust der Chinesen am Auto und der erwarteten 500 000 Besucher in diesem Jahr auch eine Belastung für die westlichen Autokonzerne. „Die Veranstaltung wird zwangsläufig dauernd mit der chinesischen Tibet-Politik und ihren Folgen in Verbindung gebracht“, klagt ein deutscher Automanager.
In den USA muss sich der Klassiker in Detroit gegen Konkurrenz aus New York und Los Angeles zur Wehr setzen. „Wer in Detroit Flagge zeigt, macht deutlich, dass er sich an den großen US-Autobauern messen lässt“, sagte zwar der VDA-Sprecher, aber Verbandsmitglieder wie Porsche setzen lieber auf das schillernde L.A.. Denn dort ist die wohlhabende Westküsten-Klientel zu Hause.
Im Automobil-Mutterland von Carl Benz und Gottfried Daimler ist nach der deutsch-deutschen Vereinigung Platz für zwei Automessen. Die Leipziger AMI, veranstaltet von den Autoimporteuren, ergänzt mit Erfolg im Frühjahr den VDA-Nachkriegsschlager in Frankfurt. „Im Vergleich zur IAA kommen hier gezielt Besucher auf den Stand, die kurz vor einer Kaufentscheidung stehen“, sagt ein deutscher Marketingmanager des französischen Herstellers Citroen.
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