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09.05.2008 
Keine Entspannung an den Zapsäulen

Benzin-Preisschock kurz vor Pfingsten

Kurz vor dem langen Pfingstwochenende sind die Spritpreise in Deutschland auf Rekordniveau gestiegen. Der Benzinpreis hat in Deutschland erstmals die Marke von 1,50 Euro überschritten. Nach einer Preisrunde am späten Donnerstagabend waren nach Angaben aus der Mineralölwirtschaft in Hamburg für einen Liter Benzin im bundesweiten Durchschnitt an Markentankstellen 1,51 Euro zu bezahlen. Auch der Dieselpreis erreichte mit 1,45 Euro je Liter einen neuen Höchststand.

Ein edler Tropfen: Rekordpreise an der Zapfsäule lassen Autofahrer immer vorsichtiger zur Zapfpistole greifen.Lupe

Ein edler Tropfen: Rekordpreise an der Zapfsäule lassen Autofahrer immer vorsichtiger zur Zapfpistole greifen.

HB HAMBURG. Als Grund für die Preissteigerungen unmittelbar vor Pfingsten nannten die Sprecherinnen der Konzerne die Notierungen am europäischen Markt für Ölprodukte in Rotterdam. Dort kostet eine Tonne Superbenzin inzwischen 1 028 Dollar, Normal 1 039 Dollar und Diesel 1 188 Dollar. Auch Heizöl ist mit 89,65 Euro für 100 Liter derzeit teuer wie nie.

Als Grund nannten Branchenvertreter das teure Rohöl, das beinahe die Marke von 124 Dollar je Fass erreicht hat. Das Förderland Iran hält in naher Zukunft sogar 200 Dollar für möglich. Eine rasche Entspannung an den Zapfsäulen ist daher nicht in Sicht.


» 12 Fakten: Was jeder über Erdöl wissen sollte


Die Notierung für US-Leichtöl kletterte am Mittwochabend an der Rohstoffbörse in New York in der Spitze auf die Rekordmarke von 123,93 Dollar, eher sie am Donnerstag wieder etwas zurückfiel. Experten zeigten sich verwundert über die Preisjagd: „Es gibt keine fundamentalen Gründe“, sagte die Sprecherin des Mineralölkonzerns Esso, Gabriele Radke, der AP. Derzeit seien mehr psychologische Faktoren als das Verhältnis aus Angebot und Nachfrage für das teure Öl verantwortlich. Versorgungsengpässe sieht sie nicht. Derzeit würde jede noch so kleine Meldung den Preis treiben.

Hohe Nachfrage aus Asien

„Die Märke ignorieren im Moment sogar Meldungen, die eigentlich für einen fallenden Preis sorgen müssten“, sagte die Sprecherin des Hamburger Mineralölwirtschaftsverbandes (MWV), Barbara Meyer-Bukow. Sie verwies unter anderem auf Berichte aus den USA, wonach dort die Reserven an Rohöl gestiegen seien: „So etwas hätte früher den Preis sinken lassen.“

Als Gründe für die jüngsten Anstieg sehen Experten vor allem die hohe Nachfrage aus Asien. Zudem hatten Meldungen über Förderausfälle in Nigeria und der schwache Dollar die Rallye angeheizt.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: 200 Dollar pro Fass sind im Gespräch

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