0 Bewertungen
20.02.2006 
Erster Vertrag unterzeichnet

Briten wollen Smart Roadster neu auflegen

Ein britisches Konsortium will das von DaimlerChrysler eingestellte Kleinwagenmodell „Smart Roadster“ unter einer anderen Marke wiederbeleben.

Lupe

HB STUTTGART. Das britische Konsortium „Project Kimber“ wolle die Lizenzrechte für Bau und Vertrieb des sportlichen Zweisitzers erwerben, teilte Smart am Montag in Böblingen mit. Bereits am Freitag sei eine Absichtserklärung unterzeichnet worden, die auch die Übernahme von Produktionseinrichtungen wie Werkzeugen oder Bändern für den Roadster durch die Briten umfasse. Zu dem erwarteten Verkaufserlös wollte die DaimlerChrysler-Tochter keine Angaben machen.

Hinter dem Konsortium steht unter anderem der britische Unternehmer David James, der im vergangenen Jahr vergeblich um den Autobauer MG Rover gebuhlt hatte.

DaimlerChrysler hatte vor knapp einem Jahr die Notbremse bei Smart gezogen und will den seit dem Start der Marke im Jahr 1998 anhaltenden Verlusten bis 2007 ein Ende setzen. Als eine der ersten Maßnahmen stellte der Stuttgarter Konzern die Produktion des im lothringischen Werk Hambach weitgehend in Handarbeit gefertigten „Roadster“ und des „Roadster Coupe“ im Herbst ein.

Auch die Entwicklung eines geländegängigen Modells für den US-Markt wurde gestoppt. Mit nahezu halbierter Belegschaft und einer auf zwei Baureihen geschrumpften Modellpalette soll die Gewinnschwelle im kommenden Jahr überschritten werden.

Das Konsortium um James hatte im vergangenen Jahr erfolglos für den Fahrzeugbauer MG Rover geboten, der an den chinesischen Hersteller Nanjing veräußert wurde. Britischen Zeitungsberichten zufolge unternimmt James nun einen neuen Anlauf, um unter dem Namen MG Rover unter anderem einen Zweisitzer auf Basis des Smart Roadster zu bauen. Eine mit der Situation vertraute Person hatte den Verkauf von MG Rover durch Nanjing Automobile aber als unwahrscheinlich bezeichnet.

Im Internet kursieren Entwürfe von mehreren Fahrzeug-Modellen, die Project Kimber angeblich auf Basis von MG Rover-Baureihen entwickeln will. Darunter befindet sich auch ein zweisitziges Coupe auf Smart-Basis.

MG Rover war im April 2005 unter einer Schuldenlast von 1,4 Milliarden Pfund (rund zwei Milliarden Euro) zusammengebrochen, die Chinesen hatten den Autobauer im Juli gekauft.

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne
Anzeige

Weitere Beiträge aus dem Ressort

Automobil Rubriken

Anzeige

Blogkommentare zu diesem Artikel

Anzeige

weiterWirtschaftsWoche Technik-Trends

Porsche Panamera Turbo: Pro Familia 

Rennfahrer Johannes Stuck fuhr den neuen viertürigen Porsche Panamera Turbo. Weiter


"Umkehren können" 

Bergprofi und Extremreisen-Spezialist Ralf Dujmovits über Risiken, Grenzerfahrungen und Instant-Abenteuer. Weiter


Warum wir uns ohne Mut nicht weiterentwickeln 

Wachstum, Fortschritt und Karrieren gibt es nur, wenn Menschen bereit sind, Risiken einzugehen. Weshalb wir so unterschiedlich darauf reagieren und wie wir lernen, Gefahren besser von Chancen zu unterscheiden. Ein Plädoyer für mehr Wagemut. Weiter


weiterTuminellis Designkritik

Geelys China-Rolls-Royce: Alles nur kopiert  Artikel in Merkliste

30.05.2009Tuminellis Designkritik

Die Chinesen kopieren uns. Vom Smart bis zum heiligen Rolls-Royce, es gibt kaum ein Automodell, das nicht von chinesischen Newcomern kopiert worden sei. Das Reich der Mitte träumt von unserer automobilen Gesellschaft mit all ihren Mythen und Tragödien – und von unserem Design. Artikel