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30.04.2008 
Der neue Passat CC

Der Lückenschließer

von Chris Löwer

Viel Auto für's Geld. Volkswagen kreiert mit der sportlich-elegante Coupé-Limousine "Passat CC" eine neue "obere Mittelklasse". Das Auto einen Fahrkomfort und eine Sicherheit, die bislang der Oberklasse vorbehalten war.

 Eleganter Passat-Ableger: das Limousinen-Coupé Passat CC. Foto: PRLupe

Eleganter Passat-Ableger: das Limousinen-Coupé Passat CC. Foto: PR

BERLIN. Der neue Volkswagen mit der gedrungenen Silhouette und dem eleganten Schwung der Dachlinie hört auf den Namen "Passat CC". Das verwirrt, denn eigentlich verbergen sich hinter diesem Kürzel normalerweise Cabrio-Coupés. Die Wolfsburger reden stattdessen von einem "Comfort Coupé", denn unter dem schnittigen Blechkleid steckt ein normaler Passat - mit vier Sitzen und vier Türen. Allerdings ist der "CC" drei Zentimeter länger, dreieinhalb breiter und fünf niedriger als die normale Limousine.

Derartige Zwitterwesen gibt es nicht oft. In dieser Klasse gar nicht. Am ehesten vergleichbar ist der "CC" mit dem Mercedes "CLS" (hier steht CL für Coupé-Limousine), der allerdings ein lupenreines Oberklasseauto ist. Die Einsteigerversion kostet 55 692 Euro. Den Passat gibt es ab Anfang Juni schon ab 30 300 Euro.

Doch bald schon werden Porsche mit dem viertürigen "Panamera" und der US-Automobilhersteller Fisker mit seinem Luxus-Hybrid "Karma" dieses neue Segment bereichern. Ähnliche Konzepte schlummern auch bei anderen Premium-Herstellern, die versuchen, keine Nische auf einem heiß umkämpften Markt unbesetzt zu lassen. "Hier entsteht ein neues Fahrzeugsegment, das vor allem designorientierte Käufer anspricht, denen eine normale Limousine zu konservativ ist", sagt Georg Stürzer, Auto-Analyst bei der Hypo-Vereinsbank.


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Mercedes habe erfolgreich vorgemacht, wie man aus einem bestehenden Auto mit relativ wenig Aufwand ein aufregendes und hochpreisiges Modell machen kann, sagt Stürzer. Es sei nur eine Frage der Zeit, bis BMW nachziehe. Das Passat Coupé, dessen Form übrigens aus der Feder Murat Günaks stammt - der zuvor bei Mercedes den CLS entwarf -, verfolgt für VW eine Mission: Es soll die Marke weiter emotionalisieren.

Tatsächlich bietet der Viertürer alles, womit derzeit technologisch Oberklasse-Mobile glänzen: einen Spurhalteassistenten, der bei einer Abweichung von der Ideallinie das Auto dezent wieder in die Spur lenkt, oder eine adaptive Fahrwerksregelung, bei der der Fahrer zwischen einer sportlich straffen, normalen und sehr komfortablen Federung wählen kann. Die elektrisch verstellbaren Dämpfer passen sich auf Knopfdruck an den gewählten Komfort an.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Und noch mehr Extras

Auch von hinten ein echter Blickfang: der Passat CC. Foto: PRLupe

Auch von hinten ein echter Blickfang: der Passat CC. Foto: PR

Ordern kann man zudem eine radarbasierte automatische Distanzregelung mit dem Umfeldbeobachtungssystem "Front Assist", das den Fahrer zudem vor Gefahren warnt. Auch der schon bekannte Parkassistent, der auf Wunsch von selbst das Auto in die Parklücke bugsiert, gehört zum Angebot. Der Fahrer gibt dabei nur Gas und bedient die Pedalerie. Bei der Rückfahrkamera waren die Ingenieure kreativ: Sie verbirgt sich hinter dem großen VW-Emblem an der Heckklappe, das aufklappt, sobald der Rückwärtsgang eingelegt wird. Das Radio- oder Navigationsbildschirm zeigt dann über das Weitwinkelobjektiv, was hinter dem Fahrzeug passiert.

Erstmals setzt VW bei dem Coupé auf den von Continental entwickelten Seal-Reifen, der sich mit einer innenliegenden Dichtmasse selbst repariert, wenn sich etwa durch die Lauffläche ein Nagel gebohrt hat. Das funktioniert immerhin bei Löchern mit einem Durchmesser von bis zu fünf Millimetern.


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Fast scheint es, als ob der Autobauer durch die Hintertür mit einem aufgebohrten Mittelklasse-Auto die Oberklasse erobern möchte. Dass der schwächelnde Phaeton unter der neuen hauseigenen Konkurrenz leiden könnte, davon will man jedoch in Wolfsburg nichts wissen. Vielleicht spielt das auch gar keine Rolle mehr, meint Auto-Analyst Georg Stürzer: "Es ist ein offenes Geheimnis, dass das Projekt ?Phaeton? sehr verlustträchtig ist. Da wäre es auch egal, wenn er in seinen letzten Jahren von hauseigener Konkurrenz kannibalisiert würde."

Insgesamt sollen 15 bis 20 Prozent des jährlichen Passat-Absatzes auf den CC entfallen. Ein straffes Ziel. Doch je kompletter die Baureihe ist, desto besser für den Konzern, denn der Passat ist mit 15 Mill. Autos nach dem Golf (25 Mill.) und dem Käfer (22 Mill.) die dritterfolgreichste in der Unternehmensgeschichte. Allein 2007 wurden 300 000 von dieser Baureihe verkauft.


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