0 Bewertungen
28.03.2008 
Viele Autos vertragen geplanten Biosprit nicht

E-10-Problem betrifft Millionen Autofahrer

Mindestens drei Millionen Autos und 700 000 Motorräder vertragen nach einer Analyse des ADAC den Biosprit nicht, den die Regierung ursprünglich 2009 einführen wollte.

rtr BERLIN. „Drei Millionen Autofahrer aktuell - bei fünf Millionen ist es noch gar nicht geklärt, ob sie E-10 vertragen können oder nicht“, beschrieb ADAC-Sprecherin Maxi Hartung die Zahl der Betroffenen am Freitag im Sender N24. Bei der Benzinsorte E-10 handelt es sich um Kraftstoff mit einem Anteil von zehn Prozent Bioethanol. Das Vorhaben, E-10 im nächsten Jahr einzuführen, liegt derzeit wegen der ungeklärten technischen Folgen aber auf Eis. Zu den genannten Zahlen kämen noch eine Million Oldtimer und 700 000 Autofahrer hinzu, sagte Hartung. Die müssten, wenn E-10 eingeführt wird, teureres Super-Plus-Benzin tanken.

Aber auch alle anderen Autofahrer, deren Fahrzeuge mit dem Biosprit betrieben werden können, müssten laut ADAC tiefer in die Tasche greifen. Durch die zehnprozentige Beimischung werde nämlich auch normaler Sprit teurer. Bioethanol verursache bei dieser Beimischungsquote einen um etwa drei Prozent höheren Verbrauch. Das bedeute, „dass ich öfter tanken und mehr bezahlen muss“, beschrieb die ADAC-Sprecherin.

„Wenn jetzt tatsächlich E-10 zum Jahr 2009 eingeführt werden sollte, muss man sich schon fragen, in welchem Interesse die Politik handelt“, kritisierte Hartung. Im Interesse der Bürger wie der Umwelt könne das nämlich nicht sein, den die Gesamtklimabilanz dieses Schrittes sei noch nicht geklärt. „Es kann ja nicht sein, dass man eine Maßnahme zum Umweltschutz macht, die dann gar nicht der Umwelt nützt“, monierte sie.

Der ADAC will am Freitag seine Studie zu den Folgen der Einführung des neuen Biosprits veröffentlichen.

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne
Anzeige

Automobil Rubriken

Anzeige

Blogkommentare zu diesem Artikel

Anzeige

weiterWirtschaftsWoche Technik-Trends

Tach auch, Science Fiction 

Bei einem Abendspaziergang mit seiner Frau und seinem iPhone in Berlin stellt WiWo.de-Technik-Kolumnist Ben Schwan überrascht fest: Die Zukunft ist längst hier - und selbst raffgierige Mobilfunkanbieter halten sie nicht auf. Weiter


Helden des Alltags 

Technik-Highlights müssen nicht zwangsläufig durch Superlative beeindrucken, die ersten ihrer Art sein oder anderweitig mit Getöse daherkommen. Oftmals sind es die kleinen und leisen, aber nicht minder hilfreichen Produkte, die das IT-Leben einfacher machen. Weiter


Knigge für die Generation Killerspiel 

Mit einem Knigge-Videospiel lässt sich bald gutes Benehmen lernen. Ein Familienspross des Etikette-Papstes persönlich wirbt für das neue Nintendo-Spiel. Doch kann man die Generation Killerspiel mit digitalen Anleitungen zum Krawattebinden von Egoshooter und World of Warcraft weglocken? Weiter


weiterTuminellis Designkritik

Geelys China-Rolls-Royce: Alles nur kopiert  Artikel in Merkliste

30.05.2009Tuminellis Designkritik

Die Chinesen kopieren uns. Vom Smart bis zum heiligen Rolls-Royce, es gibt kaum ein Automodell, das nicht von chinesischen Newcomern kopiert worden sei. Das Reich der Mitte träumt von unserer automobilen Gesellschaft mit all ihren Mythen und Tragödien – und von unserem Design. Artikel