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06.05.2008 
Motor vor roter Ampel laufen lassen oder abschalten?

Ewige Rätsel: Was Autofahrer immer wieder fragen

Dass das Auto als der Deutschen liebstes Kind gilt, ist bekannt. Der eigene Wagen wird gehegt und gepflegt, nicht wenige Autobesitzer können Daten wie PS, Beschleunigungswerte und Höchstgeschwindigkeit auswendig aufzählen. Trotzdem gibt es rund ums Auto scheinbar ungelöste Rätsel: Experten der Autoclubs werden regelmäßig die gleichen Fragen gestellt.

Stopp an der AmpelLupe

Nur Auskuppeln oder Gang raus? Diese Frage taucht beim Ampelstopp immer wieder auf. (Bild: DVR/dpa/tmn)

dpa/tmn STUTTGART/MÜNCHEN. Eines dieser Themen betrifft das Heranfahren an eine rote Ampel. Dass man dort stoppen sollte, weiß jeder. Die Fragen drehen sich darum, ob es sparsamer ist, den Wagen mit getretener Kupplung und langsamem Abbremsen zum Halten zu bringen, oder ob die Motorbremse genutzt werden sollte. Für die Experten ist die Sache klar: Die Motorbremse ist bei jüngeren Fahrzeugen erste Wahl: Dadurch wird der Wagen abgebremst und die Schubabschaltung stoppt die Spritversorgung, erklärt Gert Schleichert vom Auto Club Europa (ACE) in Stuttgart. Wird gebremst, bedeutet das Verschleiß für die Beläge, außerdem läuft der Motor ausgekuppelt im Leerlauf und verbraucht Sprit.

Eine andere Frage dreht sich darum, was der Kupplungsfuß beim Stopp an der Ampel zu tun hat. Die eine Fraktion hält es für die beste Wahl, bei eingelegtem Gang und getretener Kupplung zu warten. Das allerdings stellt während der Wartezeit eine Belastung für die Technik dar. Um die Kupplung zu schonen, sollte beim Ampelstopp der Gang rausgenommen werden - gehalten wird der Wagen mit der Fußbremse.

Dazu passt ein weiteres Thema: Motor laufen lassen oder abschalten im Hinblick auf den Kraftstoffverbrauch. "Wir raten grundsätzlich, bei betriebswarmem Motor und einem Halt von mehr als 20 Sekunden den Motor abzuschalten", sagt Sven Rademacher vom Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR) in Bonn. Nicht umsonst setzen immer mehr Autohersteller auf Start-Stopp-Automatiken.


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Weil ohnehin der Kraftstoffverbrauch ein großes Thema ist, wird auch über die richtige Drehzahl beim Fahren gesprochen. Wobei dann auch behauptet wird, dass "mittlere" Drehzahlen jener Bereich sind, in dem sich der Motor besonders wohlfühlt. Die Experten sagen jedoch einhellig, dass der Verbrauch je nach Modell bei Drehzahlen zwischen 1 500 und 2 500 Umdrehungen am günstigsten ist.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Die merkwürdige Sieben-Grad-Regel

Große Unsicherheit gibt es auch beim Thema Reifen. Regelmäßig taucht die Frage auf, ob die besseren Reifen an der Vorder- oder Hinterachse montiert sein sollten. Doch während einige argumentieren, dass die besseren Reifen zur Übertragung der Lenkkräfte vorne sein sollten, raten die Experten Anderes: "Die besseren Reifen werden hinten montiert", sagt ADAC-Sprecher Maximilian Maurer in München. Denn die Hinterachse ist für die Spurführung zuständig. Stimmt hinten die Bereifung nicht, bestehe bei Notbremsungen im Extremfall die Gefahr "dass man sich mit dem Fahrzeugheck selbst überholt".

Und natürlich werden von Autofahrern auch Tipps zum richtigen Verhalten in Gefahrensituationen eingeholt - zum Beispiel bei Aquaplaning. Die Lösung lautet, möglichst wenig zu tun: Also kein wildes Gekurbel am Lenkrad, kein Schalten und auch kein Tritt aufs Gaspedal. "Der Fahrer sollte auskuppeln, das Lenkrad gerade halten, den Fuß vom Gas nehmen und nicht bremsen", fasst Maximilian Maurer zusammen. Gerade das panische Drehen am Lenkrad könnte böse Folgen haben: Wird die Fahrbahn plötzlich wieder griffig, fährt der Wagen spontan in die Lenkrichtung und die Fahrt endet in der Leitplanke.

Die merkwürdige Sieben-Grad-Regel

Seit geraumer Zeit versuchen Verkehrsexperten und Reifenhersteller die Autofahrer zum Einsatz von Winterreifen zu überreden. In diesem Zusammenhang kursiert auch die sogenannte Sieben-Grad-Regel: Es wird behauptet, unterhalb von Temperaturen um sieben Grad sollte auf Winterreifen umgerüstet werden. Tatsächlich handelt es ich dabei nicht um eine "offizielle" Regel. Man versucht vielmehr, diesen Wert in die Öffentlichkeit zu bringen, um ihn in den Köpfen der Menschen zu verankern. "Damit will man darauf hinweisen, dass es bei durchgängigen Temperaturen um sieben Grad nicht mehr weit ist bis zu Null Grad", sagt Gert Schleichert vom Auto Club Europa (ACE) in Stuttgart. Und dann wäre wirklich die Zeit für Winterreifen gekommen.


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