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30.10.2006 

Mini im Renneinsatz: Die sportlichen Talente haben zum Mythos beigetragen.

Mini im Renneinsatz: Die sportlichen Talente haben zum Mythos beigetragen.

Selbst ausgebuffte Vertriebsleute verstehen seit dem Mini made by BMW die Autowelt nicht mehr. Bei ihren Stammfahrzeugen mit dem weißblauen Emblem kommt BMW nicht umhin, den Absatz gelegentlich mit Rabatten und Kaufanreizen zu beleben, wenn ein Modellwechsel bevorsteht. Beim Mini ist es fast umgekehrt. Hier müssen die Kunden selbst beim alten Modell je nach Ausführung mit mehrmonatigen Lieferzeiten rechnen. Trotz seines stolzen Preises ist der Mini zugleich so klassenlos wie allenfalls der Golf von VW. Junge Berufseinsteiger lieben ihn ebenso wie alternde Lehrer - oder Besserverdienende, die sich gerne den Cooper S in der noch sportlicheren, bis zu 218 PS starken, „John Cooper Works“-Ausführung vor die Tür stellen.

Hinter dem Mini steht ein ausgeklügeltes Marketingkonzept, das geschickt von der bewegten Historie des kleinen Engländers und seinem Kultstatus zehrt. Und das soll auch noch eine Weile so weitergehen: „Wir sind erst kurz nach dem Urknall“, sagt Markenchef Kay Segler. Man wolle die Marke nicht dehnen, sondern baue „die Geschichte des Minis ein bisschen nach“.

Es ist eine bewegte Geschichte, die Segler behutsam verlängern will. Als der griechisch-stämmige Automobilkonstrukteur Alexander Arnold Constantine Issigonis, im Jahr 1959 seinen Kleinwagen vorstellte, den er für die British Motor Corporation (BMC) entwickelt hatte, sollte dieser vor allem drei Eigenschaften in sich vereinen: Er sollte preiswert und sparsam sein und möglichst viel Platz auf kleinster Fläche bieten. Das Geheimnis der Konstruktion war der Motor, der quer statt längs über der Vorderachse saß und mit dem Getriebe eine Einheit bildete, sowie die platzsparende Federung, die auf die damals üblichen Blattfedern verzichtete - das ermöglichte auf nur drei Meter Länge einen verblüffend großen Innenraum.

Issigonis, der später von der Queen zum Sir Alec geadelt wurde, hatte einen Bestseller auf die Räder gestellt. Der Mini begeisterte nicht nur sparfreudige Menschen, sondern alle, die in sein wollten: Das superschlanke Model Twiggy fuhr genauso Mini wie Beatles-Schlagzeuger Ringo Starr, der sich den Mini zum Kombi umbauen ließ, damit das Schlagzeug hineinpasste. Weil offenbar jedermann zu jeder Gelegenheit Mini fahren wollte, schoben BMC und auch markenfremde Autoschmieden neue Version nach: einen Kombi, einen Pick-up, ein Wohnmobil und sogar einen Sportwagen. 1964 gewann die von Rennfahrer und Automobilkonstrukteur John Cooper aufgemotzte Version die Rallye Monte Carlo. Selbst Sportwagenfans wie Enzo Ferrari, Gründer des italienischen Autobauers, konvertierten und wurden Mini-Fans.


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Was it love? Mit Sicherheit. Denn es gab viele Gründe, den britischen Zwerg nicht zu mögen. Der Mini rostete, als hätte man seinen Lack mit Salzsäure verdünnt. Er verlor Öl, und auch seine Elektrik bereitete vielen Besitzern Kummer. Dem für die Elektrik verantwortlichen britischen Autozulieferer Lucas brachten die Probleme den Spitznamen „Lord of Darkness“ ein - eine Anspielung auf die völlige Dunkelheit, die viele Fahrer nächtens umgab, wenn die Elektrik mal wieder streikte.

Lesen Sie weiter auf Seite 3: Der Mini hatte das Image eines schrullig sympathischen, aber unzuverlässigen Autos.

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