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30.10.2006 

Warum?

Unsere Erkenntnis ist, dass Mini für einen gewissen Lebensstil steht. Für Offenheit und dafür, dass man anders ist als die breite Masse. Die Kunden der Mini-Kreditkarte wollen sich von anderen abheben. Ich kenne kein anderes Beispiel in der Autoindustrie, wo eine Marke so stark auch für ein Lebensgefühl steht.

Hierzulande haben viele schon fünf Karten im Portemonnaie.

In den USA hat - etwas zugespitzt - jeder 50 Karten im Portemonnaie. Trotzdem ist unsere Karte, die wir seit einem Monat dort anbieten, ein Riesenerfolg.

Bloß, weil Mini draufsteht?

Nein, der Kunde kriegt eine Karte, auf der sein eigener Mini, also sein Modell in seiner Farbe mit seinen Felgen und so weiter abgebildet ist. Damit wird die Kreditkarte in gewisser Weise auch zu seiner Visitenkarte.

Und wer keinen Mini hat, hat Pech gehabt?

Den schließen wir selbstverständlich nicht aus, sondern der kann sich seinen TraumMini auf die Karte drucken lassen. Das ist also auch ein Mittel, um Leute an die Marke heranzuführen. Die Identifikation gerade bei jungen Menschen ist unglaublich stark. Ich kenne junge Leute, die gehen im Mini-T-Shirt in die angesagtesten Clubs. Das würden sie mit einem T-Shirt einer anderen Automarke wohl nicht machen.

Nicht einmal mit einem BMW-T-Shirt.

Wahrscheinlich nicht. Jedenfalls bin ich froh, dass wir solche Kunden haben, mit denen man eine Community aufbauen kann und die da auch mitmachen.

In welcher Form, außer dass sie zum Auto auch das T-Shirt kaufen?

Wir hatten jetzt zum Beispiel in Amerika ein Event "Mini takes the States": Wir sind mit Kunden von der Westküste zur Ostküste gefahren. Was da abgegangen ist, diese Stimmung - das war sensationell. Wir setzen deshalb auch auf relativ große Händlerbetriebe, weil sie die ganze Mini-Markenwelt vom Auto bis zum Event betreuen können. Die Mehrzahl unserer Händler in den USA verkauft mehr als 500 Fahrzeuge pro Jahr.

Mit der Kombi-Version bringen Sie in zwei Jahren die dritte Baureihe. Irgendwo ist die Historie doch begrenzt.

Es gab offene Fahrzeuge wie den Moke. Es gab auch mal Pick-ups. Es gab verschiedene Derivate, die nicht direkt alle vom Werk kamen. Man kann auch mit einem kleinen Fahrzeug viele Dinge machen, die momentan nicht im Markt existieren.

Und? Was davon bauen Sie?

Die Frage ist, gehen wir den Weg anderer Hersteller nach, indem wir jede Nische besetzen, oder lassen wir das? Und unsere Entscheidung ist klar: Wir haben nicht die Möglichkeit anderer Hersteller, ein Produkt nach dem anderen zu bringen. Das wäre aufgrund der Kapazitätssituation auch wirtschaftlich nicht sinnvoll. Wir können nur ein Produkt nach dem anderen machen, und da suchen wir uns immer ein globales Produkt aus.

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