30.04.2007

„Das Unfallrisiko steigt exorbitant“: Polizei bremst Gumball 3 000 aus

Rasende Lamborghinis, Bugattis, Dodge Vipers und Porsche GT – fast 70 internationale Teilnehmer eines illegalen britischen Hochgeschwindigkeitsrennens sind auf deutschen Autobahnen ausgebremst worden.

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Mit seiner weißen Lackierung wäre dieser GT3 sicherlich eines der dezentesten Teilnehmer-Fahrzeuge am diesjährigen Gumball-Rennen.Lupe

Mit seiner weißen Lackierung wäre dieser GT3 sicherlich eines der dezentesten Teilnehmer-Fahrzeuge am diesjährigen Gumball-Rennen.

HB KOBLENZ/IDSTEIN. In Hessen - auf der A 3 bei Idstein - wurden in der Nacht zum Montag zwei schnelle Luxusautos gebremst. In Rheinland-Pfalz hielt die Polizei sogar 62 Rennfahrer der Rallye durch ganz Europa an. Die Fortsetzung des so genannten Gumball 3 000-Rennens in Deutschland sei verboten worden, sagte der stellvertretende Leiter der Verkehrsdirektion Koblenz, Dietmar Braun.

Die überwiegend aus dem Ausland angereisten Fahrer mussten eine Sicherheitsleistung von je 420 Euro hinterlegen. Ihnen droht wegen der Teilnahme an dem illegalen Rennen ein Bußgeldverfahren.


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Die Teilnehmer dürfte dies indes wenig beeindrucken: Neben den Fahrzeugkosten und den Teilnehmergebühren sind die teils extremen Kosten durch Strafzettel und Gebühren für Sie ganz normal. Inoffiziell gilt das "Einsammeln" von Strafzetteln für viele in internen Rankings sogar als Bewertungskriterium der „Rallye“.

Die teuren Autos waren von Amsterdam aus zum Flughafen Hahn im Hunsrück unterwegs. Von dort aus wollten die Teilnehmer mit ihren PS-starken und auch optisch auffällig veredelten Boliden noch am Montag in zwei Transport-Flugzeugen nach Istanbul fliegen, um dort ihre Raserei fortzusetzen. Doch zunächst wurden allein an der Autobahn-Raststätte Brohltal-West bei Koblenz 52 Sportwagen angehalten und kontrolliert.

Anschließend fuhren die Luxusautos in einem von der Polizei überwachten Konvoi zum Flughafen. „So wurde unterbunden, dass die Teilnehmer in Rennfahrermanier weiterfuhren sowie Geschwindigkeitsüberschreitungen oder andere gefährliche Fahrmanöver verhindert“, teilte die Polizei mit.

Weitere zehn Luxuskarossen wurden an der Grenze von Belgien nach Rheinland-Pfalz gestoppt und kontrolliert. Allerdings wurden bislang bei den Kontrollen des Gumball 3 000-Rennens erstaunlicherweise erst sechs Fahrer beim Rasen ertappt. Am schnellsten war dabei nach Polizeiangaben ein Deutscher unterwegs, der statt der erlaubten 80 mit 150 Stundenkilometern erwischt wurde.

In Hessen hielten die Beamten auf der A 3 zwischen Limburg und Wiesbaden bei Idstein zwei Fahrzeuge an.

Die Polizei war nach eigenen Angaben über das Internet auf das illegale Rennen aufmerksam geworden. „Dort wurde auch die Route bekannt gegeben“, sagte Braun. Daraufhin seien allein in Rheinland- Pfalz in der Nacht zum Montag 90 Beamte im Einsatz gewesen. Ob bei der Kontrolle alle Teilnehmer des Rennens gestoppt worden seien, bleibe unklar. Für die illegale Rallye seien ursprünglich 120 Fahrzeuge angekündigt worden.


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Die Fahrer waren am Sonntagnachmittag in London gestartet. Nach dem Flug von Hahn nach Istanbul wollten die Fahrer nach Angaben von Braun über Athen und Thessaloniki in Griechenland nach Tirana (Albanien) und Bratislava (Slowakei) nach Berlin fahren. Von dort aus soll es am 5. Mai zurück nach London gehen.

„Solche illegalen Rennen sind in den vergangenen Jahren vermehrt auf öffentlichen Straßen festzustellen“, sagte Braun. „Durch erhebliche Geschwindigkeitsüberschreitungen ist die Gefährdung für normale Verkehrsteilnehmer enorm hoch“, ergänzte der Polizeisprecher. „Das Unfallrisiko steigt exorbitant.“

Vier aktuelle Links zum Thema:
» http://www.gumball-live.com/
» http://video.google.com/videoplay?docid=5113396485637070432 » http://www.gtspirit.com/
» http://de.wikipedia.org/wiki/Gumball_3000

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