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08.09.2004 
Deutsche haben Segment in ihrer Hand

Rolls-Royce fehlen nur Weißwürste

Die automobile Luxusklasse ist nahezu gänzlich in deutscher Hand. Neben dem jüngst wiederbelebten Traditions-Namen Maybach haben Daimler, BMW und VW auch längst wohlklingende britische Edel-Schmieden wie Rolls-Royce und Bentley in ihrem Portfolio.

Ein Arbeiter bei der Endkontrolle eines Fahrzeuges im Rolls-Royce-Werk im südenglischen Goodwood, Foto: dpaLupe

Ein Arbeiter bei der Endkontrolle eines Fahrzeuges im Rolls-Royce-Werk im südenglischen Goodwood, Foto: dpa

HB GOODWOOD. Für einen Produktions-Leiter kann es eigentlich kaum eine schönere Autofabrik geben. In der Fertigung ist es so ruhig, dass man jedes Wort versteht. In gemächlichem Tempo verbauen die 500 Mitarbeiter im südenglischen Goodwood nur die feinsten Lederhäute und Hölzer in die vorgefertigt angelieferten Karosserien. „Das einzige, was mir hier fehlt, sind Weißwürste und Weißbier“, sagt Hermann Bohrer zufrieden. Der Niederbayer ist seit Ende vergangenen Jahres für die Fertigung im neuen Werk der BMW-Tochter Rolls-Royce verantwortlich. In der automobilen Luxusklasse spricht man deutsch.


Bildergalerie: Der Rolls-Royce Phantom


Neben BMW bemühen sich auch Mercedes mit Maybach und Volkswagen mit Bentley um die Superreichen. Einfach fällt ihnen das Geschäft nicht. „Was unsere Kunden eigentlich nicht brauchen, das ist ein Auto“, sagt der neue Rolls-Royce-Chef Karl-Heinz Kalbfell. Denn in der Regel hat die handverlesene Klientel bereits eine Reihe sündhaft teurer Autos in der Garage stehen. Kalbfell ist dennoch zuversichtlich, dass sich etliche von ihnen zusätzlich noch für den mindestens 320 000 € teuren Rolls-Royce Phantom entscheiden, der unter der Regie von BMW entwickelt wurde. Der Wettbewerb von Maybach, Rolls-Royce und Bentley könne dabei durchaus hilfreich sein. „Durch den Wettbewerb wird das ganze Segment belebt.“

Auch bei einer Belebung dürfte die Luxusklasse aber auf ein paar tausend Autos im Jahr beschränkt bleiben. Das Edellimousinen-Segment sei mit etwa 4000 verkauften Fahrzeugen in diesem Jahr die „Nadel im Heuhaufen“ der Automobilmärkte, sagt Ferdinand Dudenhöffer, Professor für Automobilwirtschaft an der FH Gelsenkirchen. Rechne man die „Einsteiger-Modelle“ wie den Bentley Continental GT (Grundpreis: 159 000 €) heraus, seien es sogar weniger als 2000 Verkäufe im Jahr. „Bei den zu erwartenden Verkaufszahlen der Edel-Limousinen sind längst keine sprudelnden Gewinne in diesem Geschäft sicher gestellt.“

Lesen Sie weiter auf Seite 2: BMW und Rolls-Royce sehen sich gut positioniert

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