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12.01.2008 
Geländewagen Humdinga

Tiefsee-Hummer

Wie kommt man mit der Limousine zur Yacht, ohne nasse Füße zu bekommen? Mit dem Humdinga. Mit dem allradgetriebenen Hummer-Verschnitt fährt man zunächst bis zum nächsten Flussufer - und dann ab ins Wasser. Der Geländewagen geht nicht nur an Land brachial zur Sache, auch auf See macht er eine martialische Figur.

DÜSSELDORF. Richard Branson war ja immer schon für den ein oder anderen großspurigen Auftritt bekannt: in der Luft, zu Lande und zu Wasser. Oder gleich in zwei Elementen: Mit einem Amphibienfahrzeug überquerte der exzentrische Milliardär den Ärmelkanal. Wobei überqueren so klingt, als sei er mit Schlauchboottempo von Wellenkamm zu Wellenkamm gekreuzt. Fehlanzeige. Sir Richard kachelte in 90 Minuten von Dover nach Calais und stellte dabei den Rekord für die Amphibienüberquerung ein. Sein Untersatz, der Aquada, stammte von der kleinen Wasserautoschmiede Gibbs Technologies aus Birmingham - ein Cabriolet, das an Land wie ein etwas lahmer Mazda MX5 wirkt und auf See trotzdem rund 50 Kilometer pro Stunde Spitze läuft.

Mittlerweile gibt es auch einen Geländewagenprototyp, der doch stark an einen amerikanischen Jeep-Anachronismus denken lässt: den Hummer. Entsprechend heißt der Blechberg auch Humdinga. Mit dem allradgetriebenen Hummer-Verschnitt fährt man zunächst über Stock und Stein bis zum nächsten Flussufer. Dort muss der Fahrer sich überwinden, mit der Schnauze ins Wasser abzutauchen. Auf Knopfdruck startet dann das Umbauprogramm: Vor dem Auslaufen werden die Räder des Aquada waagerecht gestellt und eingeklappt, was ganz ähnlich anmutet wie im James-Bond-Film "Der Spion, der mich liebte", als Bond mit seinem Dienst-Lotus eine kleine Über- und Unterwasserspritztour absolvierte. Das Umbauprogramm dauert nur ein paar Sekunden, dann kann es losgehen.

Gibbs hat sich die Radklapptechnik patentieren lassen. Insgesamt stecken über 60 Patente in dem Land-Wasser-Hybridfahrzeug. Die Firma nennt den Antrieb HSA, was für High Speed Amphibian steht. Denn Aquada und Humdinga sollten nicht nur an Land passable Geschwindigkeiten erreichen. Ein Jetantrieb peitscht sie auch zu Wasser mit ordentlichem Tempo über die Wellen.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Wellenreiten mit 350 PS

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