Der US-Softwareriese zeigt sich einen Monat nach der Vorlage seines neuen Betriebssystems für Privatkunden angetan von der Nachfrage in Deutschland. Windows Vista ist nach den Worten von Microsoft-Deutschland
-Chef Achim Berg "sehr gut in den Markt gestartet".
Achim Berg, Vorsitzender der Geschäftsführung von Microsoft Deutschland, vor dem Logo des neuen Betriebssystems Windows Vista.
HB MÜNCHEN. "Wir, unsere Partner und auch der Handel sind sehr zufrieden mit dem erfolgreichen Start", sagte der neue Deutschland-Chef Achim Berg im Agentur-Interview. "Die Resonanz unserer Kunden - und da ist kein Unterschied, ob es Business-Kunden sind oder Privatnutzern - ist sehr gut." Microsoft
bietet das neue Betriebssystem seit Ende November für Unternehmen und seit Ende Januar für Privatleute an.
Genaue Zahlen zum Absatz von Vista wollte Berg nicht nennen. Er verwies auf Schätzungen des Marktforschungsinstituts IDC, wonach ein Jahr nach dem Marktstart rund 100 Millionen PCs weltweit mit Vista ausgestattet seien und 90 Prozent aller verkauften PCs unter Vista laufen werden. Danach würden allein in Deutschland durch Windows Vista und Office 14 000 neue Arbeitsplätze entstehen, vor allem bei Partnern von Microsoft
, deren Geschäft durch die neuen Softwarepakete angekurbelt würden.
Überraschenderweise fragten Privatkunden die zweitteuerste Vista-Variante stark nach: "Vor allem der Anteil von Vista Home Premium liegt deutlich über unseren Erwartungen", sagte Berg, der vor seiner Zeit bei Microsoft
im Management der Deutschen Telekom saß. Im Geschäftskunden-Bereich hätten Kunden wie das Justizministerium Niedersachsen, der Halbleiterkonzern Infineon, der TÜV Nord und der Hardwarehändler Computacenter schon entschieden umzusteigen.
Das Software-Paket Office 2007 verkaufe sich noch besser: "Das übertrifft selbst unsere hohen Erwartungen in Deutschland", sagte Berg. Die neue Variante des Bürosoftware-Pakets habe hier zu Lande mehr Erfolg als alle Vorgänger. "Im Businessbereich war der Dezember 2006 der verkaufstärkste Monat für Office in der Unternehmensgeschichte", sagte Berg. "Im Consumer-Bereich lag im Einzelhandel die Zahl der verkauften Office-Pakete mehr als drei Mal so hoch wie bei der Markteinführung von Office 2003." Berg rechnet damit, dass viele Kunden sich Office und Vista auch für den heimischen Computer zulegen werden, sobald sie im Büro damit arbeiten. Sowohl bei Programmen als auch bei Geräten sei ein Trend festzustellen, dass Anwender die neuesten Versionen zu Hause nutzen wollten, wenn sie sie bei der Arbeit kennen gelernt haben als auch umgekehrt.
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Neuausrichtung der Cebit gelobt
Berg lobte die geplante Neuausrichtung der Computermesse Cebit auf Geschäftskunden und Fachleute. "Ich habe mich gewundert, wie die führende IT-Messe Cebit heruntergeredet und heruntergeschrieben wurde." Kritisch seien noch Themen wie die erheblichen Nebenkosten der Messe, etwa durch hohe Zimmerpreise in Hannover während der Messe. "Aber diese Themen sind in Hannover bereits erkannt worden." Mit dem Business-Fokus werde Microsoft
auf der Cebit nun auch komplette Lösungen für Unternehmen präsentieren und zeigen, wie man IT-Strukturen optimieren kann. Wichtig sei aber auch, die Entwicklung des "Digital Lifestyles" in die Messe mit einzubeziehen, da dieses Thema mit der Arbeitsumgebung direkt verlinkt sei.
"Leute im Büro möchten beispielsweise gerne auch eine einfache Video-Konferenzlösung haben, wie man sie als privater Anwender von einem Messaging-Programm her kennt. Und private Computernutzer hätten wiederum gerne eine E- Mail-Lösung, die so robust funktioniert wie im Büro." Daher dürfe das Thema "Digital Lifestyle" auf der Cebit nicht verdrängt werden.
Auf der am Donnerstag beginnenden Branchenmesse will Microsoft
auch seine Server-Software Longhorn erstmals einer breiten Öffentlichkeit vorstellen. "Das Ziel ist ganz klar, uns da auch noch ein Stück weit des Marktes zu holen", sagte Berg. Während Microsoft
den Markt für Betriebssysteme und große Teile des Bürosoftwaremarkts beherrscht, haben die Amerikaner im Bereich der Großrechner (Server) mit Konkurrenz von Linux und anderen Anbietern zu kämpfen. Die Longhorn-Offensive will Berg als Kampfansage an die Wettbewerber verstanden wissen.

