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06.03.2008 

Lange buhlten Telefone mit Finger- oder Stiftsteuerung primär um Käufer mit großem Portemonnaie und Technikfaible. "Gemessen am Gesamtmarkt ist das Segment zwar derzeit noch ein Nischengeschäft, aber es wächst deutlich", sagt Albert Raab, Telekommunikationsexperte beim Nürnberger Marktforscher GfK. Rund zwei Drittel der bei Geschäftsleuten beliebten Smartphones würden in Deutschland bereits mit Berührungsbildschirm ausgeliefert, so der GfK-Experte. "Und künftige, günstigere Modelle werden neue Kundengruppen für die Technik begeistern."

Zumal moderne berührungsempfindliche Telefon-Touchscreens nicht nur deutlich feinfühliger reagieren als frühere Systeme, sondern auch ein viel klareres Bild liefern. Vor allem die jüngste Generation sticht durch seine Härte hervor, die für den Alltagseinsatz nötig ist. Möglich macht das eine spezielle Sensortechnologie, sogenannte kapazitive Displays. Sie kommen ohne die in der Vergangenheit üblichen drucksensiblen Kunststofffolien aus. Statt der vergleichsweise preiswerten, aber empfindlichen Folien sorgen nun speziell beschichtete und robuste Sensorscheiben aus Glas dafür, dass die Fingerzeige von den Smartphones korrekt erkannt werden.

Für den verblüffenden Effekt, dass das Berühren von Glas die Wahl einer Rufnummer, den Aufruf einer Web-Seite oder die Wiedergabe eines MP3-Hits auslöst, sorgt die physikalische Eigenschaft des menschlichen Körpers, Strom leiten zu können. Sie nutzen Touchscreen-Hersteller wie der deutsche Handyzulieferer Balda aus Bad Oeynhausen oder die US-Unternehmen 3M und Synaptics, indem sie eine durchsichtige, nur wenige Nanometer dicke und elektrisch leitende Beschichtung auf das Spezialglas auftragen. Wird das Handy eingeschaltet, liegt auf dem Glas eine minimale elektrische Spannung an. Sobald der Anwender das Glas berührt, fließt zwischen der Fingerkuppe und dem Handy ein schwacher Strom. Im Gehäuse verborgene Sensoren an den Ecken des Displays ermöglichen dem Controller-Chip im Telefon, die Position des Fingers zu berechnen (siehe Grafik).


Tabelle  Infografik: Glas mit Gefühl - Wie die Handys funktionieren


Andere Touchscreen-Technologien, etwa die sogenannten Projected Capacitive Displays, reagieren über Distanzen von bis zu 20 Millimetern auf Annäherung des Fingers an die Bildschirmoberfläche. Noch sind sie wegen ihrer komplexeren Bauweise für den Einsatz in Telefonen ungeeignet.

Lesen Sie weiter auf Seite 3: Modifizierte Tastenfelder

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