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06.03.2008 

Den Siegeszug der feinfühligen Oberflächen wird das kaum aufhalten. So kalkuliert das US-Beratungshaus iSuppli mit einem Wachstum des Touchscreen-Gesamtmarktes von weltweit 2,4 Milliarden Dollar im Jahr 2006 auf rund 4,4 Milliarden Dollar bis 2012. Während kapazitive Displays bisher gerade einmal fünf Prozent aller produzierten Module ausmachen, liefern sie bereits 20 Prozent des gesamten Branchenumsatzes. "Das Segment wird weiter deutlich schneller wachsen als der Markt", prognostiziert Balda-Vorstandschef Joachim Gut.

Für den zunehmenden Einsatz der Touchscreens auch bei Handys spricht vor allem, dass sie ein immer größeres Dilemma der Telefonkonstrukteure beheben helfen: Die müssen immer mehr Funktionen in die Geräte packen, "gleichzeitig aber macht die Flut der zur Bedienung erforderlichen Steuerknöpfe die Telefone immer komplizierter", sagt Tim Bosenick, Chef des auf Benutzbarkeitstest spezialisierten Beratungshauses SirValUse. "Übersichtlicher wird es, wenn auf dem Bildschirm immer nur die jeweils relevanten Funktionen eingeblendet werden. Ob Handy, Foto oder Mediaplayer - was nicht benötigt wird, erscheint einfach nicht auf dem Display."

Eine Nummer kleiner funktioniert das auch. Das beweisen Motorola und Samsung mit zwei brandneuen Telefonen. Statt die komplette Geräteoberfläche durch einen entsprechen teuren Touchscreen zu ersetzen, modifizierten die Entwickler bei diesen Handys nur die Tastenfelder. So erscheinen etwa bei Motorolas neuem Modell Rokr E8 beispielsweise im Musikmodus an Stelle der üblichen Zifferntasten kleine Steuersymbole für die Titelauswahl oder die Lautstärke.

Ähnlich, wenn auch nicht ganz so weit gehend, arbeitet die Steuerung von Samsungs künftigen Nobelmodell SGH-U900 Soul. Dem wollen die Koreaner nach eigenem Bekunden sogar "eine Seele eingehaucht" haben, weil sein Bedienfeld - wiederum je nach gewählter Funktion - die passenden (und per Fingerzeig aktivierbaren) Steuersymbole darstellt.

Ob "Seele" oder Sensor: Schon jetzt ist absehbar, dass Handys mit Gefühl in Zukunft immer stärker vom elitären Luxus- zum Allgemeingut werden. "Bis zum Jahresende", so die Prognose von iPhone-Pionier T-Mobile, "kommen die ersten Touchscreen-Telefone, die preislich massenmarktfähig sind."

Quelle: Wirtschaftswoche, Nr. 09, 25.02.2008

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