Von Mund zu Mund – Schneller schlau, die tägliche Portion Wissen
Schneller schlau: Warum wachsen dem Menschen Weisheitszähne?
Weisheitszähne sind meist eine unerfreuliche Sache: Sie erscheinen überflüssig, können Schmerzen verursachen und müssen im schlimmsten Fall vom Zahnarzt entfernt werden. Trotzdem wachsen sie den meisten Menschen, denn vor langer Zeit waren sie durchaus von Nutzen. Vor Millionen Jahren hatte das Gesicht der Menschen eine andere Form: Die Mundregion stand hervor und Ober- und Unterkiefer waren länger. Deshalb hatten die Urmenschen ausreichend Platz für 32 Zähne. Für unsere Vorfahren war das wichtig, um die oft rohe Nahrung ausreichend zerkleinern zu können.
Im Laufe der Jahrtausende hat sich der menschliche Unterkiefer verkürzt, die Mundregion ist nicht mehr so betont wie bei unseren Ahnen. Außerdem benötigen wir heute nicht mehr so viele Zähne, weil wir unser Essen kochen und es dadurch weich und leicht zu zerkauen ist. So verkümmerten die Weisheitszähne nach und nach. Heute sind sie ein nutzloses Überbleibsel und finden im Kiefer oft keinen Platz mehr.
Denn Weisheitszähne entwickeln sich erst spät und brechen bei den meisten Menschen erst im Erwachsenenalter durch. Während manche Menschen alle vier Weisheitszähne bekommen, haben andere keinen, zwei oder gar acht. Finden die Zähne keinen Platz, können sie sich leicht verkeilen oder entzünden. Zudem sind die gesunden Wurzeln der anderen Backenzähne gefährdet, wenn sich Druck im Kiefer aufbaut.
Übrigens: Die Bezeichnung „Weisheitszahn“ kommt daher, dass er in der Regel erst im Alter zwischen 16 und 40 Jahren wächst. Auch andere westliche Länder beziehen sich mit dem Namen auf Alter und Weisheit. Außerhalb des westlichen Kulturkreises werden andere Bezeichnungen verwendet, so etwa „kauernder Zahn“ im Thai, „jüngster Zahn“ im Indonesischen oder „den Eltern unbekannt“ im Japanischen – nach der Annahme, dass die Zähne erst auftreten, wenn die Kinder aus dem Elternhaus ausgezogen sind.
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