Im Jahr 1960 spielte Janos Flesch 52 Schachpartien gleichzeitig. Solche Simultanspiele gehören zum Alltag von Schachmeistern und bieten einen willkommenen Nebenverdienst für viele der mit Reichtümern meist nicht gesegneten Schachprofis. Flesch allerdings räumte seinen Gegnern einen besonderen Vorteil ein: Während sie wie in einer normalen Partie Brett und Figuren vor sich hatten, spielte Flesch sämtliche Partien blind, das heißt ohne Ansicht der Bretter. Trotzdem gewann er 31 Partien und verlor nur vier Spiele, der Rest endete mit Remis.
Seither hat niemand versucht, diesen Weltrekord im Blindschach zu überbieten. Vielleicht auch, weil das Rekordspiel für Flesch wenig angenehme Folgen hatte. Denn während es ihm beim Spiel nach eigener Aussage gar nicht so schwer fiel, alle 52 Partien im Kopf zu behalten, hatte er große Probleme, sie danach wieder herauszubekommen - noch Wochen später spukten ihm die Stellungsbilder im Kopf herum. In Russland, der dominierenden Schachnation des 20. Jahrhunderts, war das Blindspiel übrigens aus gesundheitlichen Gründen lange Zeit verboten - es galt als zu belastend für die Großmeister.


