Er ist der stille Star auf der Automesse AMI, die zurzeit in Leipzig (noch bis 13. April) stattfindet: der Audi A4 Avant. Der Kombi der Mittelklasse feiert hier seine Deutschlandpremiere bevor er ab Mai zum Kunden rollt.
Deutschlandpremiere: Der neue Audi A4 Avant wurde am Freitag, 4. April 2008, auf der Messe Auto Mobil International (AMI) in Leipzig enthüllt. Foto: dpa
BERLIN/DÜSSELDORF. Die Neuauflage des meistgeliebten Dienstwagens – bei einer Umfrage unter rund 5 000 Lesern des Magazins „Autoflotte“, das vor allem Entscheider aus dem Fuhrparkmanagement lesen, erreichte der Vorgänger des neuen Audi A4 in seinem letzten Modelljahr wieder einmal den ersten Platz in der Kategorie „Mittelklasse“ – überzeugt gegenüber dem alten Modell vor allem mit Innovationen im Design und einer verbesserten technischen Ausstattung.
Von kaum einem anderen Modell hängt das Wohl des Ingolstädter Autobauers derart ab, wie von diesem Mittelklasse-Kombi. Fast Dreiviertel aller A4-Käufer entscheidet sich für den Avant, nur jeder Fünfte für die Limousine, sieben Prozent greifen zu dem Cabrio. Bei seinen Hauptrivalen von BMW und Mercedes hat die Limousine noch einen anderen Stellenwert. Je 45 Prozent werden von der Mercedes C-Klasse als T-Modell und Limousine verkauft, beim BMW 3er ordern gar nur 38 Prozent den Touring während 54 Prozent die Limousine bevorzugen.
Warum Audi-Käufer derart Avant-fixiert sind, erklärt Christian Breitsprecher, Autoanalyst bei Sal. Oppenheim: Der Ingolstädter Autobauer biete im Vergleich zu seinen Wettbewerbern den sportlicheren Kombi. „Wer als Dienstwagen eine Limousine bevorzugt, der kauft sich direkt einen BMW oder Mercedes“, vermutet Breitsprecher.
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Seinem sportlichen Image wird Audi auch mit dem neuen Avant gerecht. Mit einem Designtrick – der vordere Überhang wurde kräftig gestutzt – wirkt der Neue deutlich agiler gegenüber dem Vorgängermodell. Und das, obwohl Motorhaube und Radstand in der Länge deutlich zulegten. Der neue A4 Avant misst mit 4,70 Meter Länge fast zwölf Zentimeter mehr als das alte Modell. Bei Audi spricht man von einem „eleganten Fluss der Silhouette“.
Unabhängig von solchen Geschmacksfragen, ist die Technik entscheidend, die mit der völlig neu entwickelten Limousine, die bereits seit Dezember zu haben ist, weitgehend identisch ist. Serienmäßig ist bei allen Varianten die elektromechanische Parkbremse, die auf Knopfdruck aktiviert wird, sich beim Anfahren automatisch löst und einen Handbremshebel überflüssig macht.
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Per Knopfdruck kann der Fahrer nun auch den Fahrkomfort regeln. Mit dem „drive select“ genannten Regelsystem kann er jederzeit flexibel entscheiden, ob er das Auto komfortabel, sportlich oder in einem Mix aus beidem bewegen möchte. Die Gasannahme des Motors, die Schaltpunkte und die Servounterstützung der Lenkung werden entsprechend angepasst. Außerdem lässt sich das Fahrwerk straffer und die Lenkung direkter und geschwindigkeitsabhängig einstellen.
„Mit der Drive-select-Funktion schlägt der Autobauer zwei Fliegen mit einer Klappe“, sagt Breitsprecher. Zum einen erweitere Audi seinen potenziellen Kundenkreis und zum anderen biete er seinen Stammkunden mehr Komfort. „Vor allem bei längeren Autobahnfahrten wünscht man sich eine weichere Federung“, so der Autoexperte von Sal. Oppenheim.
Audi bietet für den A4 Avant erstmals gegen Aufpreis eine Palette von Assistenzsystemen, die bislang der Luxusklasse vorbehalten waren. Dazu gehört eine in drei Ausbaustufen angebotene Einparkhilfe. Bei dem „Audi parking system advanced“ werden per Videokamera Bilder von vorn und hinten auf den Bildschirm im Armaturenbrett übertragen und eingeblendet, wie man das Lenkrad einschlagen sollte. Ultraschallsensoren erkennen, wenn es knapp wird.
Auch die anderen Assistenzsysteme dienen der Sicherheit: Der Spurhalteassistent hält den Fahrer über eine Frontkamera und Lenkwinkelsensor durch ein Vibrieren des Lenkrads von ungewollten Spurwechseln ab und der „side assist“ warnt mit Hilfe von Radartechnik und einer LED-Anzeige im Außenspiegel vor überholenden Autos im toten Winkel. Per „adaptive cruise control“ kann der Fahrer schließlich das Auto automatisch auf einem voreingestellten Abstand zum vorausfahrenden Auto halten – der Audi bremst und beschleunigt dann von selbst.
Der Fernlichtassistent, der ebenfalls auf Wunsch eingebaut werden kann, sorgt dafür, dass andere Verkehrsteilnehmer nicht geblendet werden. Kleine lichtempfindliche Sensoren im Fuß des Innenspiegels erkennen herankommende Fahrzeuge und das Assistenz-System schaltet automatisch auf Abblendlicht zurück. Bei freier Fahrbahn wird das Fernlicht in Sekundenschnelle selbstständig reaktiviert.
Auch unter der Haube hat sich einiges getan. Bei den Benzinern setzen die Ingolstädter nun auf Direkteinspritzung. Bei den sogenannten FSI-Motoren wird der Kraftstoff unter hohem Druck direkt in die Brennräume injiziert und dabei intensiv verwirbelt. Der Effekt: Die Aggregate leisten mehr und verbrauchen weniger als konventionelle Varianten mit Saugrohreinspritzung.
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Lesen Sie weiter auf Seite 3: Daneben spielt Downsizing eine große Rolle
Daneben spielt Downsizing eine große Rolle – also weniger Hubraum durch Turbo-Aufladung –, was spritziges Fahren bei geringerem Verbrauch möglich macht. Zusätzlich drückt Feintuning den Verbrauch, etwa durch das neue Valvelift System, das den Hub der Auslassventile variiert oder die neue Servo-Pumpe für die Zahnstangenlenkung. Sie senkt den Verbrauch um 0,1 Liter pro 100 Kilometer. Die neue Regelung Ölpumpe spart 0,2 Liter.
Den gleichen Wert erreicht die serienmäßige Klimaautomatik, die zehn Prozent mehr Kühlleistung bringt, aber um 20 Prozent effizienter ist als das bisherige Aggregat.
Laut Audi sank der Spritverbrauch der Benziner im Schnitt um zwölf Prozent. Das ist ein deutlicher Fortschritt, den die Tester der Fachzeitschrift Auto Motor und Sport würdigen: „Dass der Verbrauch deutlich entfernt bleibt von Diesel-Maßstäben, überrascht nicht. Aber bei der Betrachtung der Werte sollte man bedenken, dass eine solche Leistungsentfaltung und Laufkultur vor wenigen Jahren Dreiliter-Sechszylindern vorbehalten waren.“
Die Kombis sind gegenüber der Limousine 1 650 Euro teurer. Die Preisliste startet mit dem 1.8 TFSI (160 PS) bei 30 600 Euro, ab Ende des Jahres folgt eine 120-PS-Version, die für 27 550 Euro zu haben sein wird. Zum Vergleich: Der Einsteiger-3er-BMW-Touring mit 143 PS kostet 28 959 Euro und das C-Klasse-T-Modell von Mercedes mit 156 PS 32 814 Euro.
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