Erste videobasierte Assistenzsysteme gibt es schon auf dem Markt – allerdings auf einfachem Niveau. Hersteller wie Mercedes, Audi, VW oder Volvo rütteln buchstäblich über das Lenkrad oder einen Warnton den Fahrer wach, wenn dieser einnickt. Und kamerabasierte Spurhalteassistenten gehören heute schon in jeden Sonderausstattungskatalog.
Für mehr Sicherheit beim Fahren will nun auch Hella sorgen. Der Automobilzulieferer feilt an einem Aufmerksamkeitsassistenten, der den Lidschlag des Fahrers überwacht. „Bleibt das Auge länger als 1,5 Sekunden während der Fahrt geschlossen, ertönt ein weckender Piepton“, sagt Hella-Sprecher Ulrich Köster. Das System solle auch erkennen, ob der Fahrer den Kopf zur Seite dreht und abgelenkt ist. Möglich ist zudem eine Diebstahlsicherung per Gesichtserkennung. Hella plant die Markteinführung einer ersten Anwendung für nächstes Jahr.
Noch einen Schritt weiter gehen Fraunhofer-Forscher des Instituts für Integrierte Schaltungen (IIS): Sie arbeiten an einer Gemütserkennung. Ihr Kamerasystem erkennt, ob ein Fahrer müde, gestresst, glücklich, verärgert oder traurig ist. Die Software detektiert nicht nur Sekundenschlaf, sondern auch Verwunderung des Fahrers über einen Routenvorschlag des Navigationssystems, der direkt in eine Baustelle führt. In einem solchen Fall wartet das System automatisch mit einer Alternativroute auf.
