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24.03.2008 
Der Feinschliff wird auf den zweiten Blick sichtbar

Beau mit Biss: Mercedes SLK 350

Er war ein Trendsetter und ist ein Bestseller. Doch auch wenn Mercedes bereits eine halbe Million Exemplare des SLK verkauft hat, können sich die Entwickler nicht zurücklehnen. Knapp vier Jahre nach dem Debüt der Neuauflage haben sie deshalb den Roadster mit dem markanten Klappdach überarbeitet und dabei vor allem die sportliche Seite des Zweisitzers betont.

FrontLupe

Die zugespitzte Nase des überarbeiteten Roadsters erinnert jetzt mehr an Formel-1-Renner. (Bild: Mercedes Benz)

dpa-infocom HAMBURG. So sind die Motoren zwar sparsamer, aber auch leistungsstärker geworden. Mit der optionalen Direktlenkung schließt der komfortable Gleiter zur bissigen Konkurrenz auf, das aufgefrischte Design lässt ihn außen sehniger und innen weniger verspielt wirken, und mit neuer Unterhaltungselektronik beginnt auch hier die Zeit des iPod.

Allerdings muss man schon zweimal hinschauen, wenn man das Neue nicht übersehen will. Zwar reklamieren die Schwaben rund 650 neu entwickelte Komponenten. Doch an der Front zum Beispiel durften die Designer mit Blick auf die Werkzeugkosten nur die Schürze und die Scheinwerfer überarbeiten. Aber schon damit haben sie den Charakter des Wagens ein wenig verändert: Der Stern wirkt nun prägnanter, die von der Formel 1 inspirierte Hakennase ist feiner herausgearbeitet und die Lufteinlässe unter dem Stoßfänger sind jetzt stärker betont. Auch hinten haben sie mit kleinen Mitteln den sportlichen Ausdruck verstärkt: Die Auspuffrohre haben eine auffälligere Zierblende, der Stoßfänge erinnert an den Diffusor eines Rennwagens und die Heckleuchten suchen die Nähe zu den AMG-Modellen.

Kurven fährt der SLK wie auf Slalom-Ski

Deutlicher wird die Modellpflege hinterm Steuer - und zwar nicht nur, weil das Drei-Speichen-Lenkrad anders geformt ist und die Instrumente jetzt mehr Tiefenwirkung haben. Sondern vor allem, weil Mercedes eine sogenannte Direktlenkung entwickelt hat, die den Zweisitzer viel handlicher macht: Rein mechanisch ändert sie die Übersetzung und wird mit zunehmendem Einschlag direkter. Auf der Autobahn ist davon nichts zu spüren. Aber in engen Serpentinen, beim Abbiegen oder Einparken kann man mit weniger Bewegung mehr Wirkung erzielen. Als wechsele man von Langlauf- auf Slalom-Ski, steigt so der Spaß auf kurvigen Landstraßen ungemein. Allerdings muss man für dieses Vergnügen rund 300 Euro Aufpreis bezahlen.

Motoren wurden stärker, aber sparsamer

Ebenfalls dem höheren Spaßfaktor dienen die bis auf den 265 kW/360 PS starken V8 im SLK 55 AMG überarbeiteten Motoren, die größtenteils mehr Leistung haben und zum Teil deutlich über zehn Prozent weniger verbrauchen. Besonders gilt das für den 3,5 Liter großen Sechszylinder im SLK 350, den Mercedes jetzt als „Sportmotor“ führt. Unter der markanten Abdeckung mit einem leuchtend roten „V“ steckt ein in vielen Details überarbeitetes Aggregat, das nun höher dreht und den Treibstoff stärker verdichtet. Damit steigt die Leistung um 24 kW/33 PS auf 224 kW/305 PS, während der Verbrauch der Automatik-Version um 1,1 auf 9,2 Liter zurückgeht. Der CO2-Ausstoß vermindert sich damit um 23 auf 219 g/km.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Kerniger Sound begleitet den Fahrer

Mit jetzt 360 Nm beschleunigt der V6 den Roadster binnen 5,4 Sekunden auf 100 Kilometer pro Stunde und erreicht mühelos eine Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h. Zwar wirkt er noch immer nicht so giftig wie etwa ein Porsche Boxster oder ein BMW Z4, doch reagiert er nun deutlich spontaner auf jede Bewegung am Gaspedal. Außerdem haben die Ingenieure kräftig am Sound gefeilt, so dass der V6 nun viel kerniger klingt und Fahrer mit röhrenden Fanfaren von Kurve zu Kurve treibt, während die Automatik beim Herunterschalten Zwischengas gibt und so immer wieder einen kleinen Tusch einstreut.

Das Dach macht den SLK noch immer zum Showstar

Völlig unverändert bleibt das massive Stahldach des SLK, das sich auf Knopfdruck oder mit Hilfe der Fernbedienung in einem noch immer sehenswerten Schauspiel binnen 22 Sekunden in den Kofferraum faltet und das Coupé zum Roadster macht. Anders als bei vielen Stoffdach-Modellen und wenigen Cabrios mit Hardtop funktioniert das allerdings noch immer nur bis zum Schritttempo. Wer sich an einer roten Ampel nicht schnell genug entscheiden kann, muss rechts ranfahren.

Fazit: Der Komfort bleibt, der Spaßfaktor steigt

Mit der Modellpflege hat Mercedes den SLK unauffällig, aber gründlich modernisiert. Die Änderungen beim Design hätten etwas tiefer gehen können, und die Direktlenkung sollte bei einem Preis von mindestens 36 503 Euro für den 135 kW/184 PS starken SLK 200 Kompressor serienmäßig sein. Doch vor allem mit dem neuen V6-Motor hat der Beau nun mehr Biss. Nach wie vor gibt es keinen Roadster in dieser Klasse, in dem man mehr Platz hat, bequemer sitzt und komfortabler unterwegs ist. Aber jetzt stimmt auch der Spaßfaktor - ganz egal, ob die Sonne scheint oder graue Wolken am Himmel hängen.

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