Dennoch hat die Bundesregierung im Biokraftstoffquotengesetz eine Zwangsbeimischung von Biosprit vorgeschrieben. Seit Januar muss die Mineralölwirtschaft einen Mindestanteil von Biokraftstoffen beinmischen. So soll der Biodieselanteil beim Diesel 4,4 Prozent betragen und im Benzinmarkt zunächst 1,2 Prozent Bioethanol Verwendung finden. Im Jahr 2010 soll der Biokraftstoffanteil am Gesamtkraftstoffmarkt 6,75 Prozent betragen und weiter steigen.
Den Durchbruch sollen Biokraftstoffe der zweiten Generation bringen, wie sie etwa das Unternehmen Choren aus Freiberg in Sachsen anbietet: Anders als beim alten Biodiesel wird bei Choren die ganze Pflanze verarbeitet, so dass pro Hektar Acker drei Mal mehr Diesel erzeugt werden kann.
Choren hat ein Vergasungsverfahren entwickelt, das praktisch aus jeder Pflanzenmasse Biodiesel herstellen kann, der bei Choren Sunfuel heißt. Das Produkt ist außerdem noch wesentlich motorenfreundlicher als Biodiesel der ersten Generation. Eine 15.000-Tonnen-Produktionsanlage soll noch dieses Jahr in Betrieb gehen. Biokraftstoffe der zweiten Generation (BTL) werden bis 2015 weiterhin steuerlich gefördert. BTL steht für „Biomass-to-Liquid“, der Fachbegriff für den neuen Sprit.
Nach Berechnungen von Choren werden jedes Jahr allein in Deutschland 40 Millionen Tonnen Stroh untergepflügt, was umgewandelt zu Sunfuel 14 Prozent des Dieselbedarfs decken würde. Sunfuel ließe sich mit etwas Aufwand auch zu Benzin umraffinieren.
Ob die neue Technik auch im großen Maßstab zu marktfähigen Preisen arbeitet, ist noch offen. Aber je teurer Öl wird, desto näher rückt die Rentabilität.
