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06.03.2008 
Hybridantrieb gilt als Vorstufe zum elektrischen Auto

Boxenstopp auf dem Weg zur Brennstoffzelle

von Lena Bulzcak

In Zukunft fahren wir elektrisch. Ob der Strom für den Autoantrieb allerdings aus Steckdosen oder Brennstoffzellen an Bord kommt, darüber herrscht unter Experten noch keine Einigkeit. Eine breite Palette alternativer Antriebe ist schon heute auf dem Markt – und kann die Umwelt ebenso schonen wie den Geldbeutel der Autofahrer.

DÜSSELDORF. „Vor allem Leichthybrid-Systeme werden jetzt für den Kunden interessant“, meint Ferdinand Dudenhöffer von der Fachhochschule Gelsenkirchen. Zwar ist mit den sogenannten Leichthybriden ein rein elektrisches Fahren nicht möglich. Einzelne, von Vollhybriden abgeschaute Techniken können jedoch die herkömmlichen Antriebssysteme unterstützen.

So gewinnt das Starter-Generator-Prinzip in der Hybridversion des Honda Civic überschüssige Energie beim Bremsen und Rollen, die automatisch in den Batterien gespeichert wird. Bei Bedarf greift ein Elektromotor auf die Speicher zurück und unterstützt den Verbrennungsmotor, der dadurch verbrauchsärmer ausgelegt werden kann.

Ein Konzept unter den alternativen Antriebssystemen, das sich für jeden Autofahrer lohnt, ist allerdings noch nicht in Sicht. Welcher Motor sich rechnet, hängt letztlich von der individuellen Fahrweise ab.

„Wer viel im Stadtverkehr unterwegs ist, für den bieten sich ab einer gewissen Kilometerleistung Vollhybride wie der Toyota Prius an“, erklärt Dudenhöffer. Allerdings müssen die Verbraucher für die Kombination von Elektro- und Verbrennungsmotor beim Toyota Prius etwa 4000 Euro mehr ausgeben als für einen vergleichbaren Benziner, wie den VW Golf 1.4. Dafür verbraucht der Toyota Prius im Stadtverkehr auch nur etwa fünf Liter Superbenzin, der VW Golf dagegen etwa 9,4 Liter pro 100 Kilometer im Stadtverkehr.

Das heißt: Bei einer jährlichen Fahrleistung von 15000 Kilometern und einem Benzinpreis von 1,30 Euro pro Liter spart der Fahrer im Stadtverkehr 850 Euro. Der Aufpreis wäre also im fünften Jahr wieder eingefahren. Wer auch außerorts viel unterwegs ist, muss jedoch rund drei Jahre länger warten, bis sich die Anschaffung amortisiert.


» Flash-Animation: In kleinen Schritten zum Sparmobil


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Entsprechend zählen die Hybridsysteme auch im aktuellen CO2-Vergleich des ADAC zu den Gewinnern: „Den Sprit gibt es überall, die Technik funktioniert problemlos und die Verbrauchswerte sind moderat – allerdings vor allem in der Stadt und nicht auf der Autobahn“, so das Fazit der ADAC-Tester. Ein halbes Jahr lang hat der Autoclub sechs alternative Antriebskonzepte auf Alltagstauglichkeit, Umweltverhalten und Kosten geprüft.

Im Test waren ein Leichthybrid (Honda Civic Hybrid) und ein Vollhybridfahrzeug (Toyota Prius) sowie die alternativen Kraftstoffe Erdgas (VW Touran EcoFuel), Autogas (Subaru Outback ecomatic) und Ethanol (Ford Focus FFV). Ein sauberer Diesel (Skoda Octavia RS TDI) galt als Referenzmodell.

Das Fazit des ADAC: Nicht alle alternativen Kraftstoffe schonen Umwelt und Geldbeutel. Wer jedoch beim Autofahren ausschließlich auf den CO2-Ausstoß schaut, kommt derzeit am Vollhybridantrieb nicht vorbei. Auf Platz zwei findet sich aber auch schon der emissionsoptimierte Diesel – noch vor dem Leichthybriden. Unter Kostenaspekten ist dagegen Erdgas am günstigsten. Doch Sparfüchse müssen hier mit erheblichen Komfort-Einschränkungen aufgrund des dünnen Tankstellennetzes rechnen.

„Erd- und Autogas können nicht mehr als eine Übergangslösungen sein“, sagt Martin Wietschel vom Fraunhofer Institut für System- und Innovationsforschung klar. Denn die Erdgaspreise sind an den Ölpreis gekoppelt. Selbst der Umweltnutzen des Gasantriebs ist begrenzt: „Mehr als 20 Prozent CO2-Einsparungen sind nicht drin“, sagt Martin Wietschel.

Auch die Hybridtechnik kann nach Meinung der Experten nur ein Zwischenschritt zum rein elektrischen Antrieb sein. Aber sie dürfte den Sprung zum Brennstoffzellen-Antrieb erleichtern. „Schon 2014 oder 2015 könnte die Massenproduktion der Brennstoffzellenautos beginnen“, glaubt Wietschel.


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