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17.04.2008 

Tatsächlich hat ein Stoffverdeck klare Vorteile: Es ist leichter, was der Fahrdynamik und dem Verbrauch zugute kommt, es ist wartungsärmer und lässt sich kompakter falten, was den Kofferraum größer bleiben lässt, der bei geöffneten Stahl-Varianten oft auf Handtaschengröße zusammenschnurrt. Außerdem vergehen gerade mal neun Sekunden, bis das Verdeck verschwunden ist.

Bei Audi argumentiert man überdies, dass moderne Stoffhauben längst so komfortabel sind wie Hardtops. Zumindest wenn man beim A3 gegen Aufpreis das so genannte Akustik-Verdeck ordert, das den Wagen laut Audi sogar besser als ein Stahldach gegen Windgeräusche und Kälte dämmt.

„Die Alltagstauglichkeit war uns sehr wichtig“, betont man daher bei Audi. Konstruktiv beschert der A3 tatsächlich einige praktische Vorteile, die man bei einem Spaß-Auto nicht unbedingt erwartet. Nachdem das Verdeck in dem Kasten hinter der Rückbank verschwindet, bleibt das Kofferraumvolumen mit 260 Litern stets gleich. Man kann es sogar auf 674 Liter vergrößeren, weil sich die geteilte Rückbank umlegen lässt, womit sich sogar bei einer Ladelänge von anderthalb Metern ein Fahrrad transportieren ließe.

Zum einen wird das durch eine hohe Verwindungssteifigkeit der Karosserie möglich, zum anderen durch den optischen Makel zweier Überrollbügel, die sich bei BMW oder Mercedes – im SLK – dank eines pyrotechnischen Auslösemechanismus nur bei Bedarf zeigen.

Mit dem Einsteiger-Cabrio besetzt Audi eine weitere Nische und erwartet sich gute Verkäufe. „Wir haben mit dem A3 das Segment der Premiumkompakten begründet. Jetzt erweitern wir das Angebot um eine dritte Karosserievariante, das Cabriolet“, sagt Audi-Vorstand Ralph Weyler, der nun eine ähnliche Erfolgsgeschichte erwartet. Außerdem füllt der Kleine die Lücke, die das vor Jahren ersatzlos gestrichene Golf Cabrio im VW-Konzern gerissen hat. Zwar ist der „Eos“ auf Passat-Basis hinter dem Peugeot 207 CC und vor dem BMW 3er das meistverkaufte Cabrio in Deutschland, doch wird er mit seinem Stahlklappdach und recht hohem Preis nicht als legitimer Golf-Nachfolger gesehen.

Ohnehin scheint das Pendel der noch ein Jahr zuvor favorisierten Blechdachlösungen, etwa von Volvo, Mercedes, Opel, Ford und Renault, wieder in Richtung Stoff auszuschlagen. Neben handfesten Vorteilen vermittelt diese Lösung beim Käufer reines Cabrio-Gefühl, was in dem sehr emotional besetzten Segment nicht unterschätzt werden sollte. Chrysler beschreitet mit dem neuen „Sebring Cabrio“ einen dritten Weg: Der Viersitzer wird wahlweise mit beiden Dachsystemen angeboten.

Nun kann man nur noch auf schönes Wetter hoffen. Oder man hält es gleich mit dem Claim zum neuen BMW 1er Cabrio: „Bringt den Sommer auf jede Straße.“


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