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05.11.2008 
Elektroautos

Die Straße soll den Stromern gehören

von Carsten Herz und Mark C. Schneider

Die Versprechen der deutschen Autohersteller klingen vielversprechend: Bereits in wenigen Jahren sollen die leisen und umweltfreundlichen Elektroautos auf den Markt kommen, doch Experten sind skeptisch. Warum auf die deutschen Hersteller noch einiges an Aufholarbeit zukommt.

Der Autobauer Daimler und Stromerzeuger RWE wollen mit der Stromflotte des Smart zeigen, dass dem Elektroauto die Zukunft gehört. Foto: apLupe

Der Autobauer Daimler und Stromerzeuger RWE wollen mit der Stromflotte des Smart zeigen, dass dem Elektroauto die Zukunft gehört. Foto: ap

HAMBURG. Die vom Trübsal der großen Koalition geplagte Kanzlerin schätzt den Glanz von High Tech. So war es kein Zufall, dass Angela Merkel (CDU) am Freitag in der Hauptstadt den Start eines Elektroprojektes mit ihrer Anwesenheit aufwertete: Für die Regierungchefin und promovierte Physikerin ist es trotz aller noch zu lösenden Schwierigkeiten "ein wegweisendes Projekt".

Der Autobauer Daimler und der Stromerzeuger RWE wollen mit einer Elektroflotte vor allem des Kleinwagens Smart zeigen, dass dem strombetriebenen Auto die Zukunft gehört. RWE-Boss Jürgen Großmann versprach, in Berlin 500 Stromtankstellen zu errichten, Daimler-Chef Dieter Zetsche will 100 Elektrowagen an Kunden ausliefern. Zu Beginn des Jahres 2010 soll ein batteriebetriebener Mercedes auf die Straße kommen. "Wir haben das Automobil erfunden, wir werden es erneut tun", kündigte Zetsche vollmundig an.

Am kommenden Donnerstag stellt der Konzernchef als erster deutscher Autobauer eine Hybridversion des Mercedes-Flaggschiffes S-Klasse vor. Ein Hybrid kombiniert einen Verbrennungsmotor mit einem Elektroantrieb. Die Technologie für die S-Klasse entstammt einer Kooperation der deutschen Zulieferer Continental und ZF mit dem US-Batteriehersteller Johnson Controls.

Ganz wirkt es so, als gehöre bereits absehbar den leisen und umweltfreundlichen Stromern die Straße. Experten sehen die Sache skeptischer. "Aktuell werden Elektroautos überschätzt", sagt Alex Molinaroli, Chef der Sparte Power Solutions von Johnson Controls im Gespräch mit dem Handelsblatt. Johnson Control ist Batteriespezialist, zum Branchenführer gehört etwa die in Hannover beheimatete Marke Varta. Im französischen Nersac stellt der US-Konzern als erster die für Elektromobile nötigen neuen Batterien mit Lithium-Ionen-Technologie vor. Erst ihre Kapazität, Flexibilität und Ladeeigenschaften machen den Strombetrieb in der Praxis möglich. Kein Wunder, dass Molinaroli sicher ist, dass aber mittelfristig an Elektroantrieben "kein Weg vorbeiführt".

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