Sportliche Geländewagen gibt es mittlerweile jede Menge. Nur Mazda sah dem wilden Treiben auf der Buckelpiste zumindest in Europa lange tatenlos zu. Das hat sich jetzt geändert.
Der CX7 spielt mit seinen Muskeln. Die Designer haben dem Wagen eine stark konturierte Motorhabe und weit ausgestellte Kotflügel verpasst. (Bild: Mazda)
Der Kofferraum des CX-7 ist 455 Liter groß und lässt sich dank versenkbarer Rücksitze auch noch erweitern. (Bild: Mazda)
Im Innenraum des CX7 ist zwar überall genügend Platz, die Materialauswahl wirkt mit lackierten Kunststoffen allerdings nicht so überzeugend. (Bild: Mazda)
Die Lenkung des CX7 reagiert sehr direkt, auch in schnell gefahrenen Kurven gibt das Fahrwerk ein Gefühl von Sicherheit. (Bild: Mazda)
dpa-infocom HAMBURG. Rund ein Jahr nach dem Start des CX-7 in den USA gibt es das erste Sports Utility Vehicle (SUV) der Ford-Tochter auch in Deutschland zu Preisen ab 31 800 Euro. Wer angesichts des mit 4,68 Metern Länge recht stattlichen Allradlers an Passstraßen, Feldwege oder Waldpfade denkt, gerät allerdings schnell auf den Holzweg. Zwar wird die Kraft automatisch und je nach Situation zwischen den beiden Achsen verteilt. Auch die Bodenfreiheit bietet mehr Spielraum als bei einem gewöhnlichen Kombi. Doch das Revier des CX-7 sind Autobahnen und kurvige Landstraßen. Die Betonung liegt bei diesem SUV eher auf Sport als auf Utility.
Das verdeutlicht bereits das Design: Wo die Konkurrenz sich robust und unverwüstlich gibt, spielt der Mazda stolz mit seinen Muskeln. Als hätte man den Wankelsportler RX-8 aufgeblasen und hochgebockt, ist sein Kühlergrill weit aufgerissen, die Motorhaube stark konturiert und die Frontscheibe weiter geneigt als bei manchem Coupé. Außerdem gibt es vorn weit ausgestellte Kotflügel und über der Hinterachse einen kessen Hüftschwung, aus dem die eigenwillig geformten Rückleuchten herauswachsen.
Der Motor ist stark, aber auch durstig
Dass der CX-7 auch so sportlich fährt, wie er aussieht, ist ein Verdienst seines potenten Antriebs. Zwar hat der Motor nur bescheidene 2,3 Liter Hubraum. Doch machen Direkteinspritzung und Turbolader dem Benziner kräftig Druck. Geregelt von einer gut gestuften Sechsgangschaltung und begleitet von einem kernigen Brummen bringt es der Vierzylinder auf 191 kW/260 PS und maximal 380 Newtonmeter Drehmoment. Damit schiebt er den immerhin 1,8 Tonnen schweren Allradler gehörig an: Bereits nach acht Sekunden steht die Tachonadel bei Tempo 100. Schluss mit dem Vortrieb ist erst bei elektronisch limitierten 210 Kilometern pro Stunde (km/h). Doch hat das Vergnügen seinen Preis: Schon im Normzyklus verbraucht der CX-7 10,2 und im Alltag gerne auch mal zwölf Liter und mehr. Ein Diesel würde da helfen und zudem die Verkaufszahlen steigern. Aber den will Mazda frühestens Ende des Jahres anbieten.
Lesen Sie weiter auf Seite 2: Fahrwerk macht den amerikanischen Japaner zum Europäer
Auf dem Weg von den USA nach Europa haben die Japaner noch einmal am Fahrwerk Hand angelegt. Aus dem gemütlichen Gleiter ist so ein strammer Sportler geworden: Die Lenkung reagiert sehr direkt, das Fahrwerk vermittelt auch in schnell gefahrenen Kurven ein gutes Gefühl von Sicherheit, und die kräftigen Bremsen halten den großen Wagen gut im Zaum. Nur im Innenraum hält der CX-7 nicht ganz, was das schmucke Außendesign verspricht: Es gibt zwar überall genügend Platz, und der Kofferraum ist mit 455 Litern nicht nur groß, sondern mit Wendeboden und im Nu versenkbaren Rücksitzen auch noch praktisch. Doch passt die Materialauswahl nicht so ganz zum edlen Anspruch: Die glänzend lackierten Kunststoffe können Holz und Metall nicht ersetzen, und die imitierten Kroko-Streifen passen so gut zu den Lederpolstern wie Turnschuhe zum dunkelgrauen Zweireiher.
Umfangreiche Ausstattung ohne Aufpreise
Während europäische Kunden unter der amerikanischen Gleichgültigkeit für Materialanmutung leiden, profitieren sie auf der anderen Seite von deren verwöhnten Ansprüchen an die Ausstattung: Viele Extras, die man andernorts teuer bezahlen muss, sind hier schon Standard. So gibt es bereits im Basismodell nicht nur ESP und sechs Airbags, sondern auch elektrische Helfer für Türen und Fenster, Klimaautomatik, Tempomat und ein CD-Radio. Und wer 3 600 Euro mehr bezahlt, bekommt zudem beheizte Lederpolster, Xenon-Scheinwerfer, eine Musikanlage von Bose und eine Chipkarte anstelle von Tür- und Zündschlüssel. Nur ein Navigationssystem können die Japaner selbst für Geld und gute Worte nicht bieten.
Fazit: Elegante Alternative zu Kombi und Van
Für den Sturm an die Spitze der Zulassungstabelle kommt der CX-7 eindeutig zu spät. Außerdem fehlen ihm dafür ein sparsamer Diesel und die letzte Perfektion im Innenraum. Doch der Preis ist scharf kalkuliert, das Design ist attraktiv und die Fahrleistungen machen jede Landpartie zum Vergnügen. Nicht nur als Nachfolger für den hausbackenen und deshalb schon länger eingestellten Mazda Tribute, sondern auch als elegante Alternative zu Kombi und Van ist der CX-7 deshalb eine gute Wahl. Und ein bisschen mehr Traktion kann im Winter schließlich selbst auf befestigten Straßen nicht schaden.
